16.06.2012 11:53:42
Vom Wachsen des Reiches Gottes in den Herzen
(stjosef.at/predigten) (JSp) Viele Menschen leben heute in einer Mentalität des Alles-Selber-Machens. Gewiss: Es ist begrüßenswert, dass wir unsere Kräfte und Talente einsetzen und zur Entfaltung bringen. Doch die rasante Entwicklung von Wissenschaft und Technik verleitet zu der Annahme, der Mensch hätte aus eigener Einsicht und Kraft für alles im Leben eine Lösung. Dass dem nicht so ist, zeigt sich dann immer wieder an selbstverschuldeten Unglücksfällen und Katastrophen, bis hin zu Kriegen. Dort, wo sich der Mensch überschätzt und an die Stelle Gottes setzt, muss er notwendig scheitern. Statt Heil und Segen erwartet ihn dann Unheil und Fluch.
Das heutige Evangelium zeigt uns, dass es auch anders geht! Der Mensch ist aufgerufen, das zu tun, was ihm zukommt. In allem übrigen aber – und vor allem auch, was den Ertrag und Segen für seine Arbeit und Mühe betrifft – soll er auf Gott vertrauen und auf ihn bauen. Denn das Reich Gottes ist keine irdische Größe, die man auf dem Reißbrett oder im Computer planen und dann auf dem Wege der Technik umsetzen kann, als ob der Erfolg gewiss und machbar wäre.
Da hat es der mit der Natur verbundene Landwirt oder Obst- und Weinbauer schon leichter: Ihm sind die Gesetze des Wachstums nicht unbekannt. Dass es wieder eine reichliche Ernte gibt – oder auch nicht –, hängt ab von vielen Faktoren, die der Mensch nicht beeinflussen kann. Der Sämann sät aus; das Wachstum der Frucht schenkt Gott als Herr der Natur. Und ähnlich, sagt Jesus, ist es mit dem Reiche Gottes: Nicht wir selber produzieren es und bringen es hervor, sondern Gott schenkt das Wachstum für sein Reich in den Herzen der Menschen.
Lesen Sie die Predigt zum 11. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B, in vollem Wortlaut!
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