30.12.2009 08:50:05
Unsere Zeit liegt in Gottes Händen
(stjosef.at/predigten; JSp) Was ist eigentlich die „Zeit“? Sie hat etwas mit Veränderung zu tun, mit einem Vorher und einem Nachher unseres raumzeitlichen Daseins, und tatsächlich kann man sie auch physikalisch messen. Doch diese „Objektivität der Zeitmessung“ – inzwischen gibt es schon sehr genaue Uhren! – sagt uns noch nichts darüber aus, was die Zeit für uns bedeutet!
Eine Tatsache ist ja, dass wir die Zeit ganz verschieden wahrnehmen: Eine interessante Tätigkeit oder das Zusammensein mit lieben Menschen lassen uns die Zeit „wie im Fluge“ vergehen. Wer hingegen keine erstrebenswerte Aufgabe oder kein unmittelbares Ziel hat, dem ist schnell „langweilig“: Er weiß, dass er Zeit hat, doch er kann sie nicht nutzen. Und wie leicht ist es auch möglich, dass wir unsere eigentlich so kostbare Zeit gleichsam vertun und vergeuden mit Nichtigkeiten und uns danach darüber wundern oder vielleicht sogar ärgern, dass wir kaum mehr Zeit habbn für das wirklich Wichtige …!
Gott der Ewige ist jedenfalls in der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus eingetreten in unsere Zeit. Er hat das unerlöste Vorher und Nachher, das unerbittliche Werden und Vergehen zu einer „Zeit des Heiles“ gemacht. Er hat unser irdisches Dasein in Zeit und Raum befreit aus einem „Sein zum Tode“ (Martin Heidegger) hin zu einem „Leben in Fülle“! In Jesus Christus hat unsere begrenzte Zeit hier auf Erden gleichsam Ewigkeitswert bekommen. Ja, jetzt ist die Zeit, Gutes zu tun; jetzt ist die Zeit der Gnade, die es zu nützen gilt! Wir sollen gleichsam am „Tag“ unseres Lebens die Werke der Liebe vollbringen, die uns Gott von Ewigkeit her zugedacht hat. Dann wird unser Leben einmal Frucht bringen für die Ewigkeit.
Lesen Sie die Ansprache zur Jahresschlussandacht 2009 in vollem Wortlaut!
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