27.05.2009 11:56:55
Ungarische Bischofskonferenz revidiert Übersetzung der Wandlungsworte
(kathnews.de) Die Ungarische Bischofskonferenz hat angeordnet, dass die Wandlungsworte bei der Konsekration des Kelches ab Pfingsten in der korrigierten Fassung anzuwenden sind. Ab dem Pfingstfest muss es dann offiziell heißen: „sokakért” – „für viele” und nicht „mindenkiért” – „für alle”. Eine entsprechende Anordnung sei durch Kardinal Péter Erdö, Primas von Ungarn, unterzeichnet worden. Die Anordnung zur Korrektur der Wandlungsworte sei den ungarischen Klerikern auch bereits mitgeteilt worden. Gleichzeitig erhielten die Priester auch kleine Aufkleber zum Überkleben der fehlerhaften Übersetzung „mindenkiért” – „für alle”. Dies erfuhr kathnews aus ungarischen Kirchenkreisen.
Hintergrund: in der lateinischen Ursprungsform der römischen Liturgie sind seit Menschengedenken folgende Wandlungsworte für die Konsekration des Blutes Christi üblich: „Hic est enim Calix Sánguinis mei, novi et aetérni testaménti, mysterium fidei, qui pro vobis et pro multis effundétur in remissiónem peccatórum.“ Korrekt ins Deutsche übersetzt: „Das ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes, Geheimnis des Glaubens, das für Euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden“. Als man sich in den 1970er Jahren mit einer Übersetzung der römischen Liturgie in die Landessprachen befasste, wurde in zahlreichen Sprachen – bewusst oder unbewusst – ein elementarer Fehler begangen. Fortan lautete die offizielle Übersetzung der Wandlungsworte in vielen Landessprachen: „Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für Euch und für alle vergossen wird, zur Vergebung der Sünden.“ Aus der lateinischen Ursprungsform „pro multis“, „für viele“, wurde in der deutschen Übersetzung plötzlich ein „für alle“, „pro omnibus“. Neben der kirchlichen Tradition spricht insbesondere der biblische Kontext für die korrekte Übersetzung der Wandlungsworte. So sprechen die synoptischen Evangelien stets von „vielen“, für die Jesus Christus das Opfer darbringt. Péter Kardinal Erdö ist Erzbischof von Esztergom-Budapest, Primas von Ungarn, Vorsitzender der Ungarischen Bischofskonferenz und Vorsitzender des Rats der EU-Bischofskonferenzen. Darüber hinaus ist er Mitglied des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten (PCI) und der vatikanischen Kongregation für das katholische Bildungswesen.
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