| | 17.11.2008 07:41:58 | | Ehemaliger Finanzminister Wolfgang Schmitz verstorben | | (oevp.at) Die Österreichische Volkspartei trauert um Dr. Wolfgang Schmitz. Der ehemalige Finanzminister und Nationalbankchef verstarb am 16. November 2008 im 86. Lebensjahr. „Wir verlieren mit Wolfgang Schmitz einen christlich-sozialen Vordenker und profunden Finanzexperten. In seiner Amtszeit erreichte er eine große Familien-Steuerreform und setzte mit der Familienbeihilfe einen Meilenstein. In seiner familienpolitischen Ausrichtung ist er für uns bis heute ein Wegweiser“, würdigt der gf. ÖVP-Bundesparteiobmann Josef Pröll Schmitz. Wolfgang Schmitz wurde am 28. Mai 1923 in Wien geboren. Nach seiner Tätigkeit in der Österreichischen Wirtschaftskammer übernahm er 1964 das Finanzressort in der Bundesregierung Klaus I. Als damals jüngster Finanzminister führte Schmitz die längerfristige Ausrichtung der Budgetpolitik durch die Erstellung einer „Budgetvorschau“ ein. 1968 schied er aus der Regierung aus, sein Nachfolger wurde Stephan Koren. Zwischen 1968 und 1973 war Schmitz Präsident der Österreichischen Nationalbank, anschließend kehrte er wieder in die Österreichische Wirtschaftskammer zurück. - (news.stjosef.at) Prof. Günter Danhel, Direktor des IEF, erklärt zum Ableben von Wolfgang Schmitz: "Mit Dr. Wolfgang Schmitz verliert die Familienpolitik einen ihrer verdienstvollsten Mitgestalter in Österreich - nicht nur als Finanzminister in der Zeit der ÖVP-Alleinregierung, auf den die 1968 eingeführte Familienbeihilfe zurückgeht, sondern als wichtigen Vordenker der katholischen Soziallehre, für den der Familienlastenausgleich stets ein zentrales Element der sozialen Marktwirtschaft war. Die grundsätzliche Bedeutung dieser solidarischen Leistung aller Erwerbstätigen für die Familien ist auch heute aktuell. Seit 1955 speisen die Beiträge aller Erwerbstätigen den Familienlastenausgleichsfonds, die zentrale 'Drehscheibe' der familienbezogenen Transferleistungen. Dem Grundsatz der Solidarität der Katholischen Soziallehre entsprechend tragen alle - auch die Kinderlosen und jene, deren Kinder bereits selbst erwerbstätig sind - zur Unterstützung der Familien mit Kindern bei. Der Familienlastenausgeich ist eine Errungenschaft der sozialen Marktwirtschat, die ihrerseits als christlich-sozial inspiriertes 'Gegenmodell' zur liberalen freien Marktwirtschaft und zur Staatswirtschaft nach 1945 entwickelt wurde. Untrennbar verbunden ist dieses Gedankengebäude mit den päpstlichen Sozialenzykliken und großen österreichischen 'Sozialdenkern' wie etwa Johannes Messner. Das Thema 'Soziale Gerechtigkeit' hat Dr. Wolfgang Schmitz immer wieder beschäftigt. Vielfältig sind seine Beiträge dazu - sowohl in der praktischen Politk wie auch in der theoretischen Auseinandersetzung in der Weiteretwicklung des katholischen Sozialdenkens. Immer war sein von hoher formaler Klarheit durchdrungenes Denken dabei auch - im Sinne der Subsidiarität - auf die Autonomie und Stärkung der Familie als 'Gemeinschaft von Personen' und kleinster sozialer Einheit bezogen. Gerade in der aktuellen Situation ist der Mangel an Persönlichkeiten, die wie Dr. Wolfgang Schmitz in ihren Grundsätzen und Entscheidungen im besten Sinne des Wortes christlich und sozial geprägt waren, besonders schmerzlich spürbar - vor allem, aber nicht nur in der Familienpolitik. Der Verfasser verdankt dem Verstorbenen bereichernde persönliche Begegnungen und wertvolle Denkanstöße. Mein Mitgefühl gilt der Familie des Verstorbenen." |
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