| | 27.09.2007 06:25:54 | | Unrecht muss Unrecht bleiben | (news.stjosef.at) Der Lebensschützer Andreas Kirchmair hat in der „Wiener Zeitung“ vom 24.09.2007 einen Gastkommentar unter dem Titel „Der Ausnahmefall ist zur Regel geworden“ veröffentlicht, den wir im folgenden dokumentieren: Am 3. September haben über 50 österreichische Lebensschützer ein Manifest veröffentlicht. In diesem wandten sie sich gemeinsam mit Gleichgesinnten und Organisationen aus insgesamt sechs Ländern an den Papst. Sie baten ihn anlässlich seines bevorstehenden Besuchs um Stärkung im Einsatz für die ungeborenen Kinder. Dieser Hilferuf der Plattform "Allianz für die ungeborenen Kinder" hat Aufsehen erregt. Warum entstand dieser Aufruf gerade in Österreich? Die Situation ist hier ist besonders schlimm, die Heuchelei reicht tief ins katholische Lager. De facto wird bereits ein Recht auf Abtreibung gelebt, ungeachtet der Gesetzeslage und des Kindermangels. Pro-Life-Gruppen, die für Rechte ungeborener Kinder eintreten und sich unermüdlich um Schadensbegrenzung bemühen, werden von Politik und Teilen der Kirche bedrängt und diskriminiert. Man hat die Ungeborenen aufgegeben, will die Wahrheit und das viele Leid nicht sehen und empfindet Lebensschützer als Störenfriede. Ein Beispiel: Gedenk- und Begräbnisstätten für Ungeborene in jedem katholischen Friedhof. Selbst die alten Griechen haben ihre Todfeinde soweit respektiert, ihnen ein Begräbnis zu ermöglichen. In der Geschichte des Trojanischen Krieges bittet Priamos, der König von Troja, seinen Todfeind Achill um den Leichnam seines Sohnes Hektor. Seine Bitte wird erfüllt. Wer bittet heute Ärzte und Krankenhäuser um die Leichname der getöteten Ungeborenen? Diese findet man als "Sondermüll" oder "Organabfall" für Müllverbrennung dort in der Asche, nicht am Friedhof. Die Rede in der Wiener Hofburg klang wie eine Antwort des Heiligen Vaters auf diesen Aufruf. Der Papst hat sich zum Sprecher der Ungeborenen gemacht und an unsere Politiker appelliert, "nicht zuzulassen, dass die in ihrer Rechtsordnung festgelegte Qualifizierung der Abtreibung als ein Unrecht faktisch aufgehoben wird". Die betretenen Gesichter im Saal und Reaktionen danach haben gezeigt, da wurde ein Tabuthema angesprochen. Es ist höchste Zeit für einen Kurswechsel, wenn der Ausnahmefall Abtreibung zur Regel geworden ist. Die Fristenregelung gehört nach 30 Jahren endlich evaluiert. Mehrere Grundannahmen darin sind einfach falsch. Als auf unseren Straßen vor einigen Jahren tausend Autofahrer tödlich verunfallten, wurde diese Opferzahl mit verschiedensten Maßnahmen gesenkt. Wenn 70-mal so viele ungeborene Kinder getötet werden, schauten bisher fast alle weg. Kardinal Schönborn soll seinen Runden Tisch zuerst innerkirchlich mit den Lebensschützern umsetzen. Die Ortskirche wird dann ein starker Gesprächspartner für die Politik sein, wenn sie mit einer Zunge spricht und ihr Modell des Schutzes Ungeborener und Schwangerer glaubhaft vorlebt. |
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