| | 06.11.2006 10:33:16 | | Konstruktiver Beitrag zum Dialog mit dem Islam | | (kathpress.at) Den Brief von 38 islamischen Theologen und Großmuftis an Papst Benedikt XVI. von 38 islamischen Theologen und Großmuftis an Papst Benedikt XVI. wertet der Münsteraner Religionswissenschaftler Adel-Theodor Khoury - ein melkitischer Priester aus dem Libanon - als einen konstruktiven Beitrag zur Beseitigung von Missverständnissen. Das Dokument sei "vornehm im Ton und um Sachlichkeit bemüht", betonte Khoury am Montag in einem Gastbeitrag für die "Ökumenische Information" der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. "Weit weg vom Lärm einer aufgebrachten Straße" verzichte der Brief auf angriffslustige Polemik. Ziel sei offenkundig, den Faden des Dialogs zwischen der katholischen Kirche und dem Islam nicht abreißen zu lassen. Prof. Khoury warf zugleich Fragen an die Autoren auf, etwa zur Aussage des Koran, es gebe keinen Zwang in der Religion. Es sei in einem weiteren Dialog zu klären, ob dies auch für Muslime gelte, um straffrei den Islam verlassen und eine andere Religion annehmen zu können. Oder für "Ungläubige" und Polytheisten, "die nach dem klassischen Rechtssystem des Islam vor die Wahl gestellt werden, den Islam anzunehmen" oder bekämpft zu werden "bis zur Auflösung ihrer Gemeinschaften und zum Verlust der Unabhängigkeit ihres Territoriums". Khoury unterließ es dabei, darauf hinzuweisen, dass auch die Christen wegen der Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes von islamischen Rechtsgelehrten immer wieder als "Polytheisten" eingestuft wurden. Klärungsbedarf besteht nach Einschätzung Khourys auch mit Blick auf zahlreiche Koranstellen, die Gewalt und Kampf bejahen oder verordnen. In einer "Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens" müsse gefragt werden, ob solche Texte so zu verstehen seien, wie sie "die Militanten unter den Muslimen zur Rechtfertigung ihres gewaltbereiten und gewalttätigen Verhaltens deuten". Prof. Khoury ist emeritierter Professor für Religionswissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, melkitisch-katholischer Priester und einer der bekanntesten Islam-Experten in Deutschland. Für die Zukunft der beiden Weltreligionen verweist Khoury auf "viele Gemeinsamkeiten" in ihren Glaubenslehren und ihren sittlichen Werten". Da die Welt immer enger zusammenrücke und ihre Probleme immer stärker alle Menschen beträfen, sieht er für Christen und Muslime eine "globale Verantwortung für die gesamte Menschheit". Diese Verantwortung könne keine Gemeinschaft in der Welt allein übernehmen. Khoury betont mit den muslimischen Autoren des Briefes die "großen Potenziale", die Christen und Muslime zusammen besäßen: "Wenn sie ihre Kräfte bündeln und sich zu einer fruchtbaren und entschiedenen Zusammenarbeit entschließen, können sie den Menschen den bitter nötigen Beistand leisten". |
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