24.10.2006 16:11:09
Gedenken an den seligen Karl von Österreich
(stephanscom.at) In Wien und Mariazell feierte die Kaiser Karl Gebetsliga für den Völkerfrieden am 21. und 22. Oktober 2006 den Gedenktag des seligen österreichischen Kaisers. Erzbischof Fernand Franck von Luxemburg, der Präsident der Gebetsliga, leitete die beiden Festmessen. In der Basilika von Mariazell wurde außerdem eine Reliquie Karls eingesetzt. Als Kaiser war Karl wiederholt nach Mariazell gepilgert und hatte um Fürbitte für die ihm anvertrauten Völker gebeten. Erzbischof Franck und Otto von Habsburg betonten die Vorbildwirkung Karls. In Erinnerung an die Friedensbemühungen des letzten Habsburger-Kaisers gelte es, sich weltweit für den Frieden zwischen den Völkern und Religionen einzusetzen, so Erzbischof Franck: "Für den Frieden hat der selige Karl sein Leben vorbehaltlos eingesetzt und letztlich hingegeben." In Mariazell verwies auch Karls Sohn Otto auf das Erbe seines Vaters: "Das Anliegen der Gebetsliga ist das aufrecht zu erhalten, was uns mein Vater bei seinem Tod hinterlassen hat. Wir müssen auftreten für den Frieden und die Gerechtigkeit, beides gehört zusammen." Ein Vorbild sei der selige Karl aber nicht nur als Politiker, sondern auch als Soldat gewesen, betonte Erzbischof Franck: "Seine Haltung entsprach ganz einem aktuellen Leitbild der respektvollen Führung und des entschiedenen, mutvollen Kampfes für den Frieden." Karl sei ein Politiker gewesen, der im Krieg Verantwortung getragen habe. Die Seligsprechung des Kaisers 2004 habe ein historisch falsch transportiertes Bild korrigiert, sagte der Erzbischof von Luxemburg: "Die Kirche hat damit bestätigt, dass Kaiser Karl tatsächlich ein heiliges Leben aus dem Glauben geführt hat, sein Leben vor Gott geglückt ist und ein Beispiel, Ermutigung und Hilfe für alle, die dem Willen Gottes folgen wollen." Als "tiefgläubiger Monarch, der die christlichen Werte auch in die Beziehungen der Staaten tragen und die Herzen der Menschen dafür ansprechen wollte", habe Karl auch den Weg in ein neues Europa mitbereitet. "Er hat einen geordneten Übergang von der Monarchie in ihre Nachfolgestaaten ermöglicht und einen Bürgerkrieg verhindert. Im Jahr seiner Seligsprechung haben die meisten der Völker, für die er Verantwortung trug, unter einem neuen Dach wieder zusammengefunden", so Erzbischof Franck.
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