| | 14.05.2004 11:14:35 | | Die Liebe Christi zu den Migranten | | (ORF Religion) Der Vatikan warnt in einem offiziellen Dokument vor "Mischehen" zwischen katholischen Frauen und Muslimen. Hier gebe es "bittere Erfahrungen". Die Frau sei der "weniger geschützte Teil der muslimischen Familie", heißt es in dem am Freitag veröffentlichen Schreiben, das die Seelsorge für Migranten zum Thema hat. Komme es zu "Mischehen" mit Muslimen, müssten katholische Beratungsstellen die Frauen auf die Schwierigkeiten vorbereiten, heißt es weiter in dem Dokument. Dies gelte besonders, wenn sie mit ihrem Ehemann in dessen islamischer Heimat lebten. Eines der entscheidenden Probleme dabei sei die Kindererziehung. In dem Dokument rief der Vatikan zugleich Muslime zur Achtung der Menschenrechte, der Persönlichkeits- rechte und der Demokratie auf. Die katholischen Gemeinden forderte er auf, gegenüber den Muslimen deutlich zu deutlich machen, was bei den religiösen Normen des Islam "nicht gebilligt werden kann". Im interreligiösen Dialog müssten Christen zwar Ängste und Vorurteile abbauen, aber auch den eigenen Standpunkt deutlich machen. Bei den "muslimischen Brüdern und Schwestern" müsse ein wachsendes Bewusstsein entstehen, "dass die Verwirklichung der grundlegenden Freiheiten, der unverletzlichen Rechte der Person, der gleichen Würde der Frau und des Mannes, des demokratischen Prinzips in der Regierung des Volkes und der gesunden Laizität (Trennung von Staat und Kirche) des Staates unumgänglich ist". Grundsätzlich heißt es in der 80-seitigen "Instruktion" des Päpstlichen Rates für die Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs mit dem Titel "Erga migrantes caritas Christi" (Die Liebe Christi zu den Migranten), Immigranten müssten mit Wärme und Solidarität aufgenommen werden. Fremden- feindlichkeit und Rassismus seien zu überwinden. "Die heutigen Migrationsbewegungen sind die größten aller Zeiten", heißt es weiter. Heute hätten 200 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Dies werfe die Frage nach einer gerechten globalen Wirtschaftsordnung auf. Die meisten Menschen verließen ihre Heimat wegen Armut, auf der Suche nach Arbeit oder wegen Kriegen. - Lesen Sie das Dokument in vollem Wortlaut! |
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