Kaplan Dr. Josef Spindelböck, Mank
Kurzpredigt am Hochfest
des hl. Josef
19. März 1997
L 1: 2 Sam 7,4-5a.12-14a.16; L 2: Röm 4,13.16-18.22; Ev: Mt 1,16.18-21.24a
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Der Heilige Josef ist für uns alle ein Vorbild in der gläubigen Erfüllung des Willens Gottes. Von ihm selber finden wir zwar kein einziges Wort in der Heiligen Schrift überliefert. Es heißt aber, daß Josef „gerecht war“. Unter Gerechtigkeit versteht die Bibel die allseitige Geordnetheit der Beziehungen zu Gott und zu den Mitmenschen. Josef lebte die Gottes- und Nächstenliebe!
Unser Heiliger durfte der Quelle der Liebe, nämlich dem Herrn Jesus Christus, der als Kind seiner väterlichen Fürsorge übergeben war, ganz nahe sein. Er war in ehelicher, aber jungfräulicher Liebe verbunden mit der Jungfrau und Gottesmutter Maria. Gott hat ihm wirklich die größten Schätze anvertraut. Und Josef war sich dieser großen Würde und Verantwortung bewußt!
Im Leben Josefs war nicht von vornherein alles klar. Er bestand das Leben und seine Prüfungen aber durch den Gehorsam des Glaubens. Er zweifelte nicht an Gottes Plan, als der Engel ihm auftrug, Maria als Frau anzunehmen und auf diese Weise auch das Jesuskind, das sie unter ihrem Herzen trug. Gerne stellte er ihnen sein Haus zur Verfügung und noch mehr umfing er sie mit der Liebe seines Herzens.
In unserer Zeit sollte sich das Bild des Vaters und Mannes wieder mehr am heiligen Josef orientieren. Josef lebt eine reife Männlichkeit, da er in der Schlichtheit und Demut des Herzens seinen Weg vor Gott geht. Er dient Gott und den Menschen, gerade auch in seiner handwerklichen Tätigkeit. Dabei gelingt es ihm, das tätige und das innere Leben zu verbinden. Die Arbeit ist für ihn kein Hindernis in der Vereinigung mit Gott. Er lebt uns die Heiligung des Alltags vor.
Wenn heute Menschen klagen, daß unsere Gesellschaft so kalt und leer geworden ist und daß es so schwer ist, im Alltag und Beruf von Gott Zeugnis zu geben, so weist uns die Gestalt des heiligen Josef darauf hin, daß es mit der Gnade Gottes auch für uns möglich ist, dort, wo uns Gott hingestellt hat, für seine Liebe Zeugnis zu geben.
Die Fürsprache dieses großen Heiligen möge uns begleiten und uns näher hinführen zur Jungfrau Maria und zu ihrem Sohn, dem Erlöser der Menschen, Jesus Christus. Ihnen durfte Josef dienen und dabei seine wahrhaft königliche Würde und Berufung verwirklichen. Dann werden wir die Erfahrung machen dürfen: Auch unser Leben wird von Gottes liebevoller Fürsorge geleitet. Amen.
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Gemeinschaft vom heiligen Josef