Kaplan Dr. Josef Spindelböck, Ybbs/Donau
Predigt
bei einem Kleinkinderbegräbnis
Der Name des Kindes wird im folgenden mit Rücksicht auf die
Angehörigen anonymisiert.
Liebe Eltern der kleinen Maria,
liebe Verwandte, Freunde und Bekannte der Trauerfamilie!
Menschlich gesprochen ist es wohl zuerst die Trauer um das verstorbene Kleinkind, in der wir jetzt versammelt sind, um uns gegenseitig beizustehen und zu trösten. Unsere herzliche Anteilnahme gilt besonders den Eltern des verstorbenen Babys.
Wieviel Hoffnung und Erwartung verbinden Eltern mit einem Kind, und da ist es immer schmerzlich, wenn es frühzeitig aus dem Leben scheiden mußte! Auch ist es in einer solchen Situation nur ein schwacher Trost, wenn wir uns sagen, daß es vielleicht lebenslang mit einer Behinderung hätte leben müssen, wenn es nicht sterben hätte können.
Aber dennoch sind wir nicht ohne Trost. Der eigentliche Trost ist im Glauben zu finden. Dieses verstorbene Kind ist durch die heilige Taufe bereits ein Kind Gottes geworden. Gott hat es angenommen und in seine Liebe aufgenommen.
Und das heißt für uns heute: Das Kind ist im Himmel. Wir können das von keinem erwachsenen Menschen behaupten, der stirbt, denn jeder Mensch hat Fehler und Sünden. Wir können es nur erhoffen und für die Verstorbenen beten. Wenn aber ein neugetauftes Kind stirbt, so kommt es mit Sicherheit direkt nach seinem Sterben zu Gott in den Himmel.
So soll uns das wenigstens Hoffnung und Trost geben: Das Kind braucht nicht mehr zu leiden. Gott selber hat alle seine Tränen getrocknet, es darf Gott schauen, wie er ist und seine unendliche Liebe in der Gemeinschaft der Heiligen verkosten. Könnte es nicht sein, daß uns Gott etwas von diesem Glück des Kindes im Himmel ahnen und gleichsam mit verkosten läßt, wenn wir ihn darum bitten?!
Auf diese himmlische Freude weist uns auch das heutige liturgische Kleid hin. Die Farbe ist nicht - wie sonst - Violett oder gar Schwarz, sondern Weiß. Das heißt: Das Kind wurde in der Taufe mit Christus verbunden. Jesus ist gestorben und auferstanden. Jesus lebt, und dieses Kind lebt mit ihm!
Einmal wird es ein Wiedersehen geben. Was würde uns dieses Kind wohl sagen, da es nun bei Gott ist? Wahrscheinlich dies: Lebt so, daß Ihr dieses Ziel des ewigen Lebens erreicht, das Gott Euch schenken will. Ich warte auf Euch. Dann gibt es ein Wiedersehen, ein ewiges Beisammensein.
Spätestens dann wird unsere Trauer einmünden in den Jubel der Auferstehung und des ewigen Lebens. Amen.
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Gemeinschaft vom heiligen Josef