Dr. Josef Spindelböck
Predigt am Fest
der Taufe des Herrn
11. Januar
2004 (Lesejahr C)
L 1: Jes 42,5a.1-4.6-7
oder Jes 40,1-5.9-11;
L 2: Apg 10,34-38 oder Tit
2,11-14; 3,4-7;
Ev: Lk 3,15-16.21-22
Die
aktuellen Messtexte finden Sie im Schott!
Liebe Brüder und Schwestern
im Herrn!
Das Fest der Taufe des Herrn schließt die weihnachtliche Festzeit ab.
Der heutige Tag gehört zum
Gesamtmysterium der „Erscheinung des Herrn“, zusammen mit dem Besuch der
Weisen aus dem Morgenland beim Kind in der Krippe sowie der Teilnahme Jesu bei
der Hochzeit von Kana.
Worum geht es heute? Nicht die Notwendigkeit einer Taufe war für Jesus
gegeben, sondern er wollte sich den Menschen offenbaren. Eben darum reihte er
sich ein in die Schar der Sünder, die zu Johannes kamen, der sie im Jordan
taufte. Obwohl er der Sohn Gottes war und als einziger ohne Sünde hinzutreten
konnte, wollte auch er sich in
Solidarität mit den Menschen von Johannes taufen lassen. Jesus ließ es
nicht zu, dass ihm Johannes dies verwehrte. Es sollte auf diese Weise der Wille
des Vaters erfüllt werden.
Als Jesus aber untergetaucht wurde, öffnete sich der Himmel: Der Heilige
Geist kam in Gestalt einer Taube herab, und die Stimme das Vaters war zu hören:
„Du bist mein geliebter Sohn. An dir
habe ich Gefallen gefunden.“
Genau hier geschieht die Ablöse des Alten durch das Neue: Gott bezeugt seinen Sohn, den er in die
Welt gesandt hat, als Retter und Messias. Die Menschen sollen sich ihm
zuwenden und an ihn glauben, damit sie gerettet werden und ins Reich Gottes
eintreten dürfen.
Johannes ist nur der Vorläufer. Er beansprucht nicht, selber der Messias zu sein. Im
Gegenteil: „Ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.“ Auch seine
Taufe ist nur eine Taufe der Vorbereitung. Johannes tauft mit Wasser als
Zeichen der Umkehr, während Jesus Christus mit dem Heiligen Geist und mit Feuer
taufen wird.
Was kann das heißen? Wir denken hier zuerst an die christliche Taufe im Namen des dreifaltigen Gottes, zu welcher der
Herr vor seiner Himmelfahrt den Aposteln und ihren Mitarbeitern den Auftrag
gegeben hat. Auch wir haben diese Taufe empfangen und sind so zu Kindern Gottes
geworden, frei von aller Schuld. Dann aber geht es auch um das Geschenk des Heiligen Geistes, wie es
uns in der Firmung zuteil geworden ist.
Es ist der Geist des Vaters und des Sohnes, der wie Feuer auf uns herabgekommen ist und die Herzen der Glaubenden
mit seiner Liebe erfüllt.
Vergessen wir nie, dass wir durch
die Taufe und die Firmung eingetreten sind ins himmlische Reich. Bereits
verborgen ist es unter uns anwesend, und einst wird es offenbar werden, wenn
wir eingehen dürfen in das ewige Leben bei Gott!
Jetzt aber gilt es, das Zeugnis des himmlischen Vaters ernst zu nehmen,
das er für seinen Sohn abgelegt hat. Auf
ihn sollen wir hören. Ihn verkündet die Kirche. An ihn sollen alle Menschen auf Erden glauben.
Lassen wir uns diesen Glauben an den einen und einzigen Offenbarungsmittler Jesus Christus niemals
nehmen! Kein anderer kommt ihm gleich. Nur er kann von sich sagen, dass er der
Sohn Gottes und der Sohn der Menschen ist. In ihm ist Rettung und Heil. Wer auf
ihn baut, geht nicht zugrunde.
Diese Überzeugung soll uns mit Freude
erfüllen. Wir sind erlöst und angenommen als Kinder Gottes. In der heiligen Taufe
wurde uns das göttliche Leben geschenkt. In der Firmung wurden wir gestärkt und ausgerüstet für das christliche
Leben mit all dem, was ein Streiter Christi braucht, um den guten Kampf
bestehen zu können. Die Erprobung geschieht im Alltag. Die kleinen Taten der Liebe sind es, auf die es
ankommt. Große Dinge reifen immer im Kleinen heran.
Folgen wir dem Herrn auf seinem Weg, den er uns vorausgegangen ist. Tragen wir die frohe Botschaft in die Welt
hinaus, auch dorthin, wo man sie nicht hören will und wo doch ein
verborgener Hunger nach ihr anwesend ist. Möge uns die heilige Gottesmutter Maria den Weg weisen, da
sie auch das öffentliche Auftreten ihres Sohnes Jesus mit Glauben und Liebe
begleitete. Auch unser Leben steht unter ihrem Schutz, damit wir die ewige Seligkeit bei Gott erlangen. Amen.
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+ Univ. Prof. Dr. Ferdinand Holböck