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Predigt:

Die Freude am Herrn ist unsere Stärke

3. Adventsonntag C (17.12.2006)

L1: Zef 3,14-17; L2: Phil 4,4-7; Ev: Lk 3,10-18


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!“ Mit diesen Worten der ersten Lesung aus dem Propheten Zefanja werden wir aufgefordert, in freudigen Jubel auszubrechen, denn Gott der Herr ist nahe – ja, er kommt bald zu uns!

Die dritte Kerze weist uns am Sonntag „Gaudete“ (Freuet euch!) darauf hin, dass das Heil von Gott her auch durch menschliche Bosheit und Sünde nicht mehr aufzuhalten ist. Mag der Mensch auch noch vielfach im Dunkel des Irrtums, der Sünde und der Hoffnungslosigkeit leben: Jesus Christus, der Heiland, kommt vom Himmel herab, um sein Volk in Liebe aufzusuchen!

Wie aber finden wir zu dieser wahren Freude im Herrn? Nicht die laute Ausgelassenheit der Geschäfte und Einkaufszentren ist es, die hier gemeint ist. Auch nicht die oberflächliche Tröstung durch irdische Besitztümer und Vergnügungen aller Art kann unserem Herzen wirklich Ruhe und Frieden geben. Es ist vielmehr die Begegnung mit dem lebendigen Gott, der uns liebt, welche uns im Tiefsten unseres Menschseins anspricht und ewige Vollendung verheißt.

Wir sind aufgerufen, unser Herz zu Gott zu erheben. Das Gebet ist daher das Vordringlichste und Wichtigste im christlichen Leben. Komm, o Heiland, steig herab vom Himmel! Dein Volk, das im Finstern lebt, wartet auf dich! O du unser Erlöser, komme bald! So und ähnlich lautet der Adventruf der Kirche, dem wir uns anschließen wollen. Nehmen wir uns Zeit für das Gebet! Lassen wir uns nicht einfach forttreiben von der Hektik der allerorts angesetzten „Weihnachtsfeiern“ und den vielen, von uns selber verordneten „Einkaufsterminen“, sondern haben wir den Mut zu einem alternativen Lebensstil. Als Christen darf man uns anmerken, dass wir erlöst sind und unser Glück und Heil woanders finden als in Kommerz und Vergnügen. Das Licht kommt von der Krippe her!

Mit dem Gebet als Ausdruck der Hinwendung zu Gott muss die Neuorientierung des Lebens verbunden sein. Johannes der Täufer hat damals den Menschen der verschiedenen Lebensstände aufgetragen, was es heißen kann, gerecht zu leben und Gutes zu tun. So sagte er: „Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.“ Die Tat der barmherzigen Liebe ist also gefragt, und bestimmt finden auch wir konkrete Möglichkeiten dazu, unserem Mitmenschen jene Liebe zu zeigen, die sich nicht einfach mit Geld aufwiegen lässt. Den Zöllnern, die als ungerecht verschrien waren, sagte Johannes: „Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.“ D.h. für uns: Verhaltet euch korrekt in Arbeit und Wirtschaftsleben. Übervorteilt niemanden! Sorgt für einen gerechten und sozialen Ausgleich! Die Soldaten forderte Johannes auf: „Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!“ D.h. für uns: Missbrauchen wir nicht die Position des Stärkeren oder des Machthabers! Tun wir nicht Unrecht, auch wenn wir auf Erden ungestraft davon kommen! Es zahlt sich niemals aus.

Der Christ ist aufgefordert, das Gute zu tun und recht zu handeln. Er tut dies aus einer inneren Freiheit und Freude heraus, die der Glaube schenkt. Der Glaube macht uns froh, weil wir wissen, dass dieses irdische Leben nicht das Einzige ist, was wir haben. Gott will uns das ewige Leben in der Gemeinschaft seiner Liebe schenken. Eben deshalb ist der Sohn Gottes Mensch geworden. In Jesus Christus ist uns die tiefste Antwort auf die Frage des Menschseins gegeben: „Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wozu bin ich auf Erden?“ Die Antwort lautet: Gott liebt dich. Gott liebt dich ganz persönlich, und er will dein Heil in der Gemeinschaft aller Engel und Heiligen des Himmels. Das ist wirklich eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes.

Wir dürfen uns freuen, und wir wollen diese noch verbleibende letzte Adventwoche nützen, um uns gut auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Jesus Christus, der Erlöser kommt! Er wurde damals vor 2000 Jahren vom Heiligen Geist empfangen und geboren von der Jungfrau Maria. Er schenkt uns seinen Frieden – auch in unserer Zeit, wenn wir es zulassen, dass er in unserem Herzen ankommt, dass er dort gleichsam „neu geboren“ wird. Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib! Amen