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Predigt:

Die Verwandlung der ehelichen Liebe durch Christus

2. Sonntag im Jahreskreis C (17.01.2016)

L1: Jes 62,1-5; L2: 1 Kor 12,4-11; Ev: Joh 2,1-11

Die liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Eine Botschaft der Hoffnung schenkt Gott dem Volk Israel durch den Propheten Jesaja, wie es in der ersten Lesung zum Ausdruck kommt. Die Bedrängnis und Not von früher werden abgelöst durch Jubel und Freude über die Gegenwart des Herrn.

Sogar mit einem hochzeitlichen Bund wird die Liebesbeziehung Gottes mit seinem auserwählten Volk verglichen: „Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.“ (Jes 62,5). Die menschliche Liebe in ihrer höchsten Form wird so zum Abbild der Liebe Gottes zu den Menschen. Die eheliche Liebe weist hin auf die Liebe Gottes, ja schenkt Anteil daran.

Der Bund Gottes mit Israel vollendet sich im Neuen Bund durch den Erlöser Jesus Christus. Nunmehr erweitert sich aber das Volk des Bundes: Auch die nichtjüdischen Völker – die „Heiden“ – sind in Jesus Christus gleichsam als Zweige „vom wilden Ölbaum in den edlen Ölbaum eingepfropft“ und erhalten so Anteil „an der Kraft seiner Wurzel“ (Röm 11,17). Der heutige „Tag des Judentums“ soll uns die unauflösliche Verbundenheit der Kirche Christi mit dem auserwählten Volk des Bundes neu bewusstmachen. Wir wollen beten, dass die Angehörigen dieses Volkes nach Gottes geheimnisvollem Ratschluss zur Fülle des Heils in Christus gelangen.

Außerdem wird vom 18.-25. Jänner 2016 die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Das Thema lautet: Wir sind berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden (vgl. 1 Petr 2,9–10). Die zweite Lesung aus dem Ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther zeigt auf, dass die Kirche Gottes gerade in der Verschiedenheit ihrer Berufungen, ihrer Gaben und Talente eins ist zum Lob der Herrlichkeit des Herrn. Wenn es im Laufe der Geschichte immer wieder Abspaltungen von der einen Kirche Christi gegeben hat, so stellt eben dies ein Ärgernis dar, zum Schaden des gemeinsamen Zeugnisses für Christus. Der ökumenische Dialog und das Gebet für die Einheit der Christen haben das Ziel, der Einheit in Wahrheit und Liebe ein Stück weit näher zu kommen. So sehr diese Einheit ein Geschenk Gottes ist, bedarf es dennoch der menschlichen Mitwirkung.

Das Evangelium von der Hochzeit zu Kana zeigt die Wertschätzung Jesu für den Bund der Liebe zwischen Mann und Frau. Durch Jesus Christus wurde die Ehe zum Sakrament erhoben. Sie ist nun ein wirksames Zeichen für die Gnade Gottes, die er uns schenkt in seinem Bund der Liebe. Wenn die Ehegatten gemeinsam die lebendige Verbundenheit mit Gott suchen, dann hat ihre Liebe Bestand. Ihre Liebe wird durch Christus verwandelt und hat Anteil an Gottes Liebe. Dort, wo menschliche Grenzen erfahren werden, bleibt stets die Hoffnung auf Gottes lebensspendende Treue.

Das heutige Evangelium schenkt auch jenen Ehepaaren und Familien Hoffnung, die durch Schwierigkeiten verschiedenster Art im Zusammenhalt ihrer Gemeinschaft in Liebe geprüft werden. Selbst dann wenn der Wein der Liebe ausgeht, kann Jesus Christus das Wasser zu Wein verwandeln. Das heißt, von Gott her ist ein neuer Anfang möglich, in Vergebung und Versöhnung und mit dem guten Willen aller Beteiligten.

Beten wir daher besonders für alle Ehepaare und Familien, dass sie die Treue Gottes zu ihrem Bund auch in schwierigen Zeiten erfahren können. Die Fürbitte der Gottesmutter Maria und des heiligen Josef möge uns alle begleiten!

Amen.