www. St Josef.at
Die katholische Informationsseite der Gemeinschaft v. hl. Josef
Navigation
Word-Dokument

Predigt:

Mit Maria auf Christus schauen

23. Sonntag im Jahreskreis C (09.09.2007)

L1: Weish 9,13-19; L2: Phlm 9b-10.12-17; Ev: Lk 14,25-33


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Das schlechte Wetter konnte es in den vergangenen zwei Tagen nicht verhindern, dass viele Menschen in gläubiger Freude mit Papst Benedikt XVI. gefeiert haben, der im Rahmen einer Pilgerreise nach Mariazell unser Land Österreich besucht. „Auf Christus schauen“, lautet das Motto des Papstbesuches. Ja, wir wollen zusammen mit der Gottesmutter Maria, die uns Christus geboren hat, auf Jesus Christus schauen, den Erlöser! Maria weist uns den Weg zum Ziel, zu Gott, dem Herrn.

Der 8. September ist das Fest Mariä Geburt. Die Kirche freut sich darüber, dass Gott in Maria ein Menschenkind auserwählt hat. Maria wurde von Anfang ihres Lebens von Gott geheiligt und mit Gnade beschenkt. Gott hat sie vor jedem Makel der Sünde bewahrt, sodass sie vorbereitet wurde für ihre einzigartige Berufung. Diese bestand darin, dass Maria dem Erlöser Jesus Christus eine menschliche Mutter sein durfte.

Gott verwirklicht seinen Heilsplan der Liebe immer durch die Mitarbeit von Menschen. Dabei achtet Gott die Freiheit, die er dem Menschen gegeben hat. Genau so war es auch bei Maria, die berufen war, die Gottesmutter zu sein: Auch hier hat Gott auf ihr „Ja-Wort“ gewartet; er hat ihre Freiheit respektiert und wollte, dass sie als Person, ja als Frau ihre ganz persönliche Zustimmung gab zu dem Plan der Liebe, den Gott mit den Menschen hat. Liebe ist ja nur möglich in Freiheit. Das Ja der Liebe wollte Maria aus ganzem Herzen geben, und so sprach sie gegenüber dem Engel die Worte: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Was aber war die Konsequenz dieses ersten Ja-Wortes der Gottesmutter Maria? Sie konnte dem Sohn Gottes, der Mensch wurde, eine Mutter sein. Jeder Mensch braucht eine Mutter, die in Liebe für ihn da ist. Mutter zu sein ist nicht nur etwas Biologisches, sondern vor allem eine geistige Einstellung und Haltung. Mutter zu sein bedeutet Zuwendung, Annahme, Liebe. So wollte auch Jesus, das Kind, in einer menschlichen Familie aufwachsen. Der Beitrag Marias, seiner Mutter, und des heiligen Josef, der als väterlicher Beschützer auserwählt war, war unersetzbar und für die menschliche Formung des Gottessohnes ganz grundlegend.

Die Aufgabe Marias war aber nicht auf die Privatheit einer einzigen Familie beschränkt; sie ist die Mutter der ganzen Menschheit geworden, indem sie einbezogen war in das Erlösungswerk des Herrn. Aus ganzem Herzen hat sie auch hier ihr Ja gesagt, als Jesus, ihr Sohn, am Kreuze hing. Mit dem Opfer seiner Hingabe aus Liebe hat sie sich aus ganzem Herzen vereinigt und so gleichsam Geburtswehen erlitten für die ganze Kirche, ja für die ganze Menschheit, welche Gott durch das Blut seines Sohnes mit sich versöhnen wollte.

Papst Benedikt XVI. weist uns hin auf Jesus Christus. Er lädt uns ein, dass wir uns an der Hand unserer himmlischen Mutter Maria zu ihm führen lassen, unserem Gott und Herrn. Gott liebt uns ohne Vorbedingungen: Er wartet auf die Antwort der Liebe aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele.

Die Erneuerung des Glaubens und der Kirche in unserem Land beginnt in unseren Herzen. Wenn wir uns wie Maria öffnen für das Wort Gottes, dann kann das Wort Gottes gleichsam auch bei uns „Fleisch“ werden, Gestalt annehmen und wirksam und fruchtbar werden für unser Leben und das Heil unserer Brüder und Schwestern in Christus!

Amen.