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Predigt:

Jesus erbarmt sich der Sünder

11. Sonntag im Jahreskreis C (16.06.2013)

L1: 2 Sam 12,7-10.13; L2: Gal 2,16.19-21; Ev: Lk 7,36-8,3


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Von Sünde und Schuld, doch auch von Barmherzigkeit und Vergebung ist in den Schrifttexten dieses Sonntags die Rede.

In der ersten Lesung aus dem zweiten Buch Samuel geht es um die Sünde, die der große König David auf sich geladen hatte: er beging Ehebruch mit Bathseba, der Frau des Hethiters Urija, und fügte dieser schlimmen Tat noch einen Mord hinzu, indem er den Urija im Kampf an eine besonders gefährliche Stelle setzen ließ, sodass er sicher umkam. So nahm sich David Bathseba als Frau. Als der Prophet Natan dem König sein Unrecht vor Augen stellt und ihm auch die Konsequenzen seines Tuns aufzeigt, bereut König David seine Schuld. Gott vergibt ihm; er muss nicht sterben. Dennoch werden gewisse Strafen von Gott verhängt.

Der Apostel Paulus legt in seinem Brief an die Galater (zweite Lesung) ein Bekenntnis ab zur rettenden Macht Jesu Christi. In ihm wird uns Gnade und Rechtfertigung zuteil, unabhängig von den Werken des jüdischen Gesetzes. Nicht wir selber können uns erlösen, sondern wir brauchen einen Erlöser und haben diesen in Jesus Christus auch gefunden. So sehr glaubt Paulus an ihn und lebt in ihm, dass ihm alles Übrige gering und wertlos vorkommt. Entscheidet für ihn ist, dass Christus in ihm lebt, denn der Sohn Gottes hat uns geliebt und ist für uns am Kreuz gestorben.

Im Evangelium vergibt Jesus einer Frau, die öffentlich als Sünderin bekannt war, alle ihre Vergehen. Diese Frau muss einen denkbar schlechten Ruf gehabt haben; sie war stadtbekannt wegen ihres lockeren Lebens – womöglich war sie eine Prostituierte. Doch gerade sie fasst Vertrauen zu Jesus und benetzt mit ihren Tränen seine Füße, ja sie salbt und küsst sie sogar. Jesus weist sie nicht ab, sondern er lässt diese Äußerungen der Liebe zu, denn auf diese Weise zeigt sich die Echtheit der Umkehr ihres Herzens zu Gott. Jesus macht dieser Frau keinen Vorwurf, sondern er sagt: „Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat.“

Der Vorwurf Jesu gilt jedoch den hartherzigen und selbstgerechten Menschen, welche meinen, sie selber seien vor Gott gerecht und sie könnten andere deshalb vom Reich Gottes ausschließen. Gott jedoch möchte, dass alle Menschen sich zu ihm bekehren und Rettung und Heil empfangen!

Anschließend an dieses Ereignis der Sündenvergebung durch Jesus erwähnt der Evangelist Lukas einige Frauen, die Jesus begleiteten und ihm dienten: Maria Magdalene, Johanna, die Frau des Chuzas, Susanna und viele andere. Manche Ausleger haben die Sünderin, von der ihm Evangelium die Rede ist, mit Maria Magdalene identifiziert. Dies ist jedoch vom Text des Evangeliums aus nicht abzuleiten. Bei Maria Magdalene aber heißt es immerhin, Jesus habe sie von sieben Dämonen befreit. Jesus bricht also die Macht des Bösen; er schenkt Gnade und Heil. Jede Frau, jeder Mann guten Willens ist Jesus willkommen. Mit Gottes Heiligkeit lässt sich die Sünde nicht vereinbaren; doch Gott liebt den Sünder, der sich bekehrt und schenkt ihm aufs Neue das göttliche Leben! Amen