Kaplan Dr. Josef Spindelböck, Ybbs an der Donau

Predigtimpuls für ein Begräbnis



Liebe Angehörigen, liebe Brüder und Schwestern!

In dieser Stunde sind wir miteinander versammelt, um Abschied zu nehmen von dem, was an unserem Bruder in Christus, Herrn N.N., sterblich war. Unsere Anteilnahme gilt besonders seiner Frau und seinen Kindern und allen Angehörigen.

Sein Tod hat uns das Los von uns allen wieder einmal eindringlich vor Augen gestellt: Wir sind sterbliche Menschen; der Tod kommt auf jeden von uns zu, es gibt kein Entrinnen. Freilich wissen wir nicht den Tag und die Stunde unseres Sterbens und auch nicht die Art und Weise unseres Todes. Und das ist gut so. Denn wir sollen uns in allem der Vorsehung Gottes anvertrauen!

Aber wir sind jetzt hier nicht nur versammelt in Schmerz und Trauer über den Abschied von einem geliebten Menschen, sondern wir schauen auch im Glauben auf unseren Herrn Jesus Christus. Er vermag uns Hoffnung zu geben über den Tod hinaus:

Jesus ist der ewige Sohn Gottes, der für uns Mensch geworden ist. Er hätte den Tod nicht erleiden müssen, sondern hat freiwillig den Tod für uns auf sich genommen. Jesus, der selber ohne Sünde war, hat sich mit uns Sündern solidarisch erklärt und ist uns vorausgegangen zu Gott durch seinen Tod am Kreuz.

In der Taufe sind wir Kinder Gottes und Brüder und Schwestern Jesu Christi geworden. Durch die Taufe sind wir auf den Tod Jesu getauft worden. Das erfüllt uns mit Hoffnung. Denn wie bei Jesus Christus der Tod nicht das letzte Wort hatte, da er am dritten Tage von den Toten auferstanden ist, so werden auch wir einmal mit ihm auferstehen!

Aber zuvor kommt der Tod. Beim Sterben trennt sich die Seele vom Leib und es folgt das persönliche Gericht. Jeder muß vor Gott Rechenschaft über sein Leben ablegen, vor allem über die Taten der Liebe. Mögen wir dann von Gott aufgenommen werden zu ihm!

Wer noch nicht frei ist von Sünde und Sündenstrafe, der wird von Gott im Fegefeuer gereinigt. Dabei ist es für uns Gläubige ein Trost, daß wir den Armen Seelen durch unser Gebet und vor allem durch die Feier der heiligen Messe zu Hilfe kommen können. Wir können ihre Leiden erleichtern, und sie werden uns dann Fürsprecher sein.

Rufen wir die heilige Mutter Gottes um ihre Fürsprache an für alle Lebenden und Verstorbenen. Sie möge Gott bitten, daß keines ihrer Kinder auf ewig verloren gehe. So beten wir voll Vertrauen, daß uns Gott einmal auf ewig in seinem Reich bei ihm vereinen möge, zusammen mit Maria und allen Engeln und Heiligen des Himmels!

Amen.


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Gemeinschaft vom heiligen Josef