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Predigt:

Aus Liebe erlöst durch das Leiden

Palmsonntag B (01.04.2012)

L1: Jes 50,4-7; L2: Phil 2,6-11; Passions-Ev: Mk 14,1-15,47


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Kann Gott leiden? Nein, seiner Gottheit nach nicht, denn er ist unendlich vollkommen und selig. Nichts und niemand kann Gott etwas Böses zufügen, sodass er irgendeinen Schaden davontrüge.

Gott ist aber dennoch höchst interessiert an uns Menschen! Er hat uns aus Liebe erschaffen und zur ewigen und seligen Gemeinschaft mit ihm in Liebe berufen. Er möchte, dass wir unser Glück finden.

Um uns seine Anteilnahme an unserem Schicksal zu zeigen ist er Mensch geworden. In Jesus Christus hat die zweite Person Gottes – das ewige Wort – eine menschliche Natur angenommen. Der Philipperhymnus formuliert es so: „Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“

Ist das nicht unerhört? Wie konnte Gott nur das alles auf sich nehmen, wenn er in seiner eigenen Natur – der göttlichen – leidensunfähig war, sodass er in unserer Natur – der menschlichen – sich einem Höchstmaß an Leiden aussetzen wollte?

Er tat es – aus Liebe! Gott ließ die Menschen nicht allein, die sich freiwillig durch die Sünde von Gott getrennt hatten. Nicht um die Menschen zu richten und zu verurteilen, die gesündigt hatten, ist Gott Mensch geworden, sondern um uns Sünder zu retten und zu erlösen durch die Vergebung der Sünden.

Eben dies feiern wir in der Karwoche, die mit dem Palmsonntag beginnt.

Gott ist so groß in seiner Liebe und so vollkommen, dass er es nicht nötig hat, uns von oben herab zu beherrschen. Er konnte sich ganz klein machen und wollte einer von uns werden. Er hat in seinem menschgewordenen Sohn Jesus Christus das Böse besiegt durch die Liebe, die er gezeigt hat in seinem Leiden und Sterben am Kreuz. So hat er uns in seiner Auferstehung Heil und Leben gebracht. Amen