Josef Spindelböck

In der Welt, doch nicht von der Welt

Homilie am 7. Sonntag der Osterzeit
20. Mai 2012, Lesejahr B

L 1: Apg 1,15-17.20a.c-26; L 2: 1 Joh 4,11-16; Ev: Joh 17,6a.11b-19

 

Die liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 

Unser Herr Jesus Christus nimmt Abschied von den Seinen; er lässt sie in seiner Rede im Abendmahlssaal, die uns der Apostel und Evangelist Johannes überliefert, teilhaben an seinem innersten Geheimnis.

Das innerste Geheimnis Jesu aber ist sein Eins-Sein mit dem himmlischen Vater. Dieser hat ihn in die Welt gesandt, damit alle, die an den Sohn glauben, auch Gemeinschaft mit dem Vater haben. In der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist sollen die Jünger das Leben haben. Es ist ein Leben in Fülle und bedeutet die Erfahrung einer Freude, die nicht überboten werden kann.

Das ewige Glück des Himmels beginnt schon hier auf Erden in unserem Herzen, wenn wir die Gemeinschaft mit Gott suchen. Freilich wird es hier immer wieder Prüfungen und Anfechtungen geben. Wir werden nicht frei sein können von Kreuz und Leiden, und doch schenkt Gott der Herr den Seinen die Erfahrung eines tiefen Friedens, den die Welt nicht geben kann. Wer an Christus glaubt, lebt zwar noch in dieser Welt. Doch der Vater im Himmel bewahrt alle jene, die Gott in Glauben, Hoffnung und Liebe angehören. Sie sind zwar in der Welt, doch sind sie nicht von der Welt.

Wir dürfen aus einer Quelle leben, die den Augen der nicht glaubenden Menschen verborgen ist. Jesus ist das wahre Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; er stärkt uns mit seiner Liebe und sendet uns aus zu unseren Brüdern und Schwestern, so wie er selber vom Vater ausgesandt worden ist und in die Welt gekommen ist.

In seiner Wahrheit hat er uns heilig gemacht. Das Opfer seiner Hingabe am Kreuz ist das Unterpfand der Auferstehung. Wie Jesus am dritten Tag auferstanden ist, so werden auch wir auferstehen zum ewigen Leben bei Gott. Was zählt ist die Verbundenheit mit dem Herrn, die wir hier auf Erden schon auf verborgene, aber wirkliche Weise leben dürfen und die einst offenbar wird in der Herrlichkeit des Himmels.

Als Jesus in den Himmel aufgefahren ist, hat er die Seinen nicht als Waisen zurückgelassen. Er wollte ihnen vielmehr vom Vater her den Geist der Wahrheit als Tröster und Beistand senden. In der Kraft des Heiligen Geistes bleibt unser Herr Jesus Christus weiterhin gegenwärtig in der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche. Um diesen Heiligen Geist wollen wir in der Pfingstnovene (von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten) beten; möge uns Gottes Heiliger Geist mit dem Feuer seiner Liebe entflammen, dass auch wir zu pfingstlichen Menschen werden!

Als Christen dürfen wir der Welt etwas geben, was sie aus sich selber nicht besitzen kann. Und doch sind wir demütig genug anzuerkennen, dass dies das Werk Gottes ist, der uns seine Liebe schenkt. Maria, die Jungfrau und Gottesmutter, stehe uns bei mit ihrer Fürbitte und bereite uns für das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes!

Amen.

 

 

 

 

·      Predigten von Josef Spindelböck

·      Predigten von Pfr. Christian Poschenrieder

·      Predigten von + Prälat Univ.Prof. Dr. Ferdinand Holböck

·      Predigten von + Pfr. Kanonikus Eduard Öhlinger


Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Sankt Josef