Dr. Josef Spindelböck
Josef von Nazareth -
der treue Diener des Erlösers
Predigt am 3.
Fastensonntag
19. März 2006,
Lesejahr B
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liturgischen Texte online im Schott-Messbuch!
Liebe Brüder und Schwestern!
Am 19. März feiert die Kirche das Hochfest des heiligen Josef, des Bräutigams der seligen Jungfrau und
Gottesmutter Maria. Heuer wird dieses Hochfest
wegen des 3. Fastensonntags auf den darauf folgenden Montag (20. März) verlegt und liturgisch gefeiert. Wir wollen
dennoch heute an diesem 3. Fastensonntag anhand der Texte der Lesungen und des
Evangeliums versuchen, die Gestalt
dieses großen Heiligen, der als besonderer Schutzpatron der ganzen Kirche
verehrt wird, etwas näher zu beleuchten und darzustellen.
Maria und Josef waren gläubige Juden; sie hielten sich in allem an das
Gesetz des Herrn, wie er es seinem Volk offenbart hatte. Ein Höhepunkt dieser Offenbarung erfolgte – wie wir in der
ersten Lesung hören – auf dem Berg Sinai,
wo Gott durch Mose dem Volk Israel die Gebote
des Bundes übermittelte, den Gott
mit seinem Volk geschlossen hat. Dieses Bundesgesetz hat als Kern die uns wohlbekannten
„10 Gebote“, den „Dekalog“
(wörtlich: die „zehn Worte“). Weil Josef
von Nazareth nach den Worten der heiligen Schrift ein gerechter Mann war (vgl. Mt 1,19), dürfen wir mit Sicherheit davon
ausgehen, dass er in besonderer Weise den Geist des Bundesgesetzes in sein Herz
aufgenommen hat und es verwirklicht hat. Er gab Gott in allem die Ehre und verwirklichte
die Liebe zum Nächsten in beispielhafter Weise. Dies tat er als gläubiger Ehemann und Familienvater und als Mann der Arbeit. Auf diese Weise heiligte
er den Alltag und schuf den Raum eines von Glaube und Liebe erfüllten
familiären Lebens.
Josef von Nazareth zeichnete sich aus durch einen tiefen Glauben. Er ist
kein Mann der vielen Worte; er tat einfach, wozu ihn Gott aufrief. Ein von Liebe erfüllter Gehorsam zeichnete
ihn aus, auch dort, wo menschliche Einsicht versagt und alles Künftige „dunkel“
ist. Denn er vertraute darauf, dass die Weisheit
Gottes größer ist als die der Menschen. So diente er dem ihm anvertrauten Sohn
Gottes, Jesus Christus, der von Paulus in der zweiten Lesung aus dem ersten
Brief an die Korinther als „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ bezeichnet wird.
Im jüdischen Glauben galt der Tempel
zu Jerusalem als das zentrale Heiligtum des lebendigen Gottes, der sich
offenbart hatte. Als fromme Juden pilgerten auch Maria und Josef immer wieder
hin zum Tempel. Auch Jesus war dabei, sobald er ein bestimmtes Alter erreicht
hatte. Wenn wir im heutigen Evangelium hören, dass Jesus die Händler aus dem
Tempel hinaustrieb, weil er nicht wollte, dass man das Haus seines
himmlischen Vaters zu einer Räuberhöhle machte, dann zeigt dies, wie sehr ihn
der Eifer für das Haus des Herrn erfüllte. Ganz bestimmt war ihm der heilige
Josef, sein Nähr- und Pflegevater auf Erden, in dieser Liebe und gläubigen Ehrfurcht
für den Tempel verbunden, auch wenn wir annehmen müssen, dass Josef zu dieser
Zeit, als Jesus öffentlich auftrat, nicht mehr am Leben war. Jesus selber weist
in seiner Rechtfertigung vor den aufgebrachten Juden darauf hin, dass es ihm
sehr wohl zusteht, die „Tempelreinigung“ vorzunehmen. Er wird ihnen ein Zeichen
geben – das Zeichen jenes ewigen
Tempels, der sein Leib ist. Dieser Leib wird zerstört werden, wenn man
Jesus ans Kreuz schlägt und ihn tötet; aber am dritten Tag wird dieser Tempel
seines Leibes wieder aufgerichtet werden, wenn er von den Toten aufersteht.
Auch wenn der heilige Josef nicht
ausdrücklich vom Leiden und Sterben und der Auferstehung des Erlösers wusste,
so hat er doch im Glauben all die Geheimnisse des Heiles angenommen, die Gott
in Jesus Christus verwirklichen wollte. Außerdem gilt es zu bedenken, dass in
den Psalmen und Büchern des Alten Bundes bereits auf geheimnisvolle Weise alles
im Voraus angekündigt war, das dem Messias widerfahren sollte. Es ist möglich,
dass Jesus selber seinen Vater Josef in diese bevorstehenden Ereignisse
eingeführt hat und ihm manches offenbart hat, was noch bevorstand.
Nach Ende seines irdischen Lebens wurde Josef von Nazareth als treuer Diener Gottes erfunden und
schließlich mit den Gerechten des Alten Bundes aufgenommen ins himmlische
Reich. Wir verehren ihn als Fürbitter
und Schutzpatron der ganzen heiligen Kirche. Alle Anliegen, die wir dem
heiligen Josef anvertrauen, sind gut aufgehoben; er wird sie in Einheit mit
Maria, seiner jungfräulichen Braut, dem Sohne Gottes anempfehlen, dem er auf
Erden als väterlicher Beschützer dienen durfte! Amen.
Für den Josefsmonat März
und darüber hinaus empfehlen wir zwei bemerkenswerte Bücher über den heiligen Josef:
- Tarcisio Stramare, Er gab ihm den Namen Jesus. Der hl. Josef in
Leben und Lehre der Kirche, EUR 13,50;
- St. Josef. Zeugnisse der Kirche über ihren Schutzpatron, EUR
15,80.
Erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Verlag
St. Josef.
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