Josef Spindelböck

Bereitet dem Herrn den Weg!

Predigt am 2. Adventsonntag
4. Dezember 2011, Lesejahr B

L 1: Jes 40,1-5.9-11; 64,3-7; L 2: 2 Petr 3,8-14; Ev: Mk 1,1-8

Alle liturgischen Texte online finden Sie im Schott-Messbuch

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 

Der Advent ist eine Zeit des Wartens und der Erwartung. Wie wir alle aus Erfahrung wissen, kann uns die Zeit manchmal zu lange werden, wenn wir auf jemanden oder etwas warten. Meist sind es die freudigen Ereignisse, die wir herbeisehnen! Es kann uns gar nicht schnell genug gehen, bis etwas Gutes eintrifft und wir uns daran erfreuen können. Mitunter aber wollen wir auch, dass etwas weniger Angenehmes oder gar Leidvolles und Bedrängendes bald vorübergeht oder auch, dass wir eine wichtige Aufgabe oder Pflicht, die mit Mühe verbunden ist, schon gut erfüllt hätten. „Wenn nur dies oder jenes schon getan wäre!“

Wir warten auf das Kommen Jesu Christi, des Erlösers. Ja, gewiss: Da ist zuerst das Weihnachtsfest, auf das wir zugehen und voll Freude erwarten. Die Kinder zählen schon die Tage am Adventkalender, „bis endlich das Christkind kommt.“ Weihnachten darf aber nicht eine bloße Erinnerung an das Kommen Christi vor 2000 Jahren bleiben. Der Herr kommt auch zu uns, in unserer Zeit; er will auch in unserem Herzen Wohnung nehmen! Er klopft an, und wir sollen ihm öffnen. Leise ist seine Stimme, und allzu schnell überhören viele sein Kommen. Selig der Mensch, der wach und bereit ist, ihm zu öffnen, wenn er kommt!

Vor 2000 Jahren wurde das Volk Israel durch einen Propheten auf das Kommen des Erlösers vorbereitet. Es war Johannes der Täufer, jener Rufer in der Wüste, der die Menschen zur Umkehr aufforderte und sie als Zeichen der Buße im Jordan taufte. Gewaltig war sein Auftreten, beeindruckend seine Worte vom kommenden Gericht und vom anbrechenden Heil! Zugleich aber ließ Johannes keinen Zweifel daran war, dass nicht er es war, auf den die Menschen warten sollten. Er war nur der vorausgehende Bote, der den kommenden Messias ankündigen sollte: „Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.“

Mit Jesus Christus beginnt ein neues Zeitalter. Gott selbst tritt ein in die Geschichte der Menschen, er wird einer von uns. In Liebe nimmt er als Mensch teil am Schicksal von uns Menschen. In allem ist uns der Sohn Gottes gleich geworden, außer in der Sünde. Aber er kam, um die Sünden von uns allen hinweg zu nehmen durch sein Leiden und Sterben am Kreuz!

Gott tröstet sein Volk, das im Finstern war und im Schatten des Todes lebte. Mit Jesus Christus ist das Heil in die Welt gekommen. Einst wird er in Herrlichkeit wiederkommen auf den Wolken des Himmels. Wann dies sein wird, wissen wir nicht. Jedenfalls gilt: Wer in seinem Herzen allezeit bereit ist für Gottes Anruf, braucht auch den „Tag des Herrn“ nicht zu fürchten, wenn Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit kommt, um zu richten die Lebenden und die Toten. Es wird dies der Tag der Vollendung sein, wenn Gott uns „seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde“ schenkt, „in denen die Gerechtigkeit wohnt.“

Schon jetzt bereiten wir uns darauf vor, und der Advent lädt uns dazu ein, nach dem Herrn Ausschau zu halten!

Amen.

 

 

 

·      Predigten von Josef Spindelböck

·      Predigten von Pfr. Christian Poschenrieder

·      Predigten von + Pfr. Kanonikus Eduard Öhlinger


Beschreibung: Sankt Josef