Dr.
theol. habil. Josef Spindelböck
Im Dienst des
guten Hirten
Predigt am 16. Sonntag im
Jahreskreis B
23. Juli 2006
L
1: Jer 23,1-6; L 2: Eph
2,13-18; Ev: Mk 6,30-34
Alle liturgischen Texte finden Sie online
im Schott-Messbuch
/ Exegese des Ev
Liebe
Brüder und Schwestern im Herrn!
Mit großer Dankbarkeit gegenüber Gott und allen Menschen, die mich in freundschaftlicher
Weise begleitet haben, darf ich an diesem Sonntag hier in Kirchberg auf 10 Jahre
Priestertum zurückblicken. Viele erinnern sich bestimmt noch an die so schön
gestaltete Primiz vor genau zehn Jahren mit der neuen
Orgel und dem Chor, den vielen Vereinen, sowie auch mit meinem Primizprediger Weihbischof Prof. Andreas Laun. Pfr. Mag. Gerhard Erlmoser
hat sich damals mit vielen anderen Helfern für eine schöne und würdige Feier
eingesetzt; die Mesnerleute Hans (+) und Kathi Kahn waren unübertrefflich in
ihrer Dienstbereitschaft und Hingabe. – Zugleich verabschieden wir heute
unseren Kooperator, MMMag. Christoph Gmachl-Aher, der drei Jahre lang in der Pfarre Kirchberg in
Tirol seinen priesterlichen Dienst ausgeübt hat, wofür wir ihm sehr dankbar
sind!
In der Kirche Gottes gibt es verschiedene Lebensstände und Berufungen; wir alle brauchen einander und sind
aufeinander angewiesen. Der Priester
hat in einer besonderen Weise teil am Priestertum Jesu Christi, unseres
Erlösers. Sein Dienst ist hingeordnet auf die geistliche Auferbauung all jener,
die kraft der Taufe und in der Einheit des katholischen Glaubens zum Volk Gottes, der Kirche, gehören.
Wer in der heutigen Zeit aus
ganzem Herzen Ja sagen darf zum Beruf des Priesters mit allem, was dazugehört,
mit allem Großen und Schönen, aber auch mit mancherlei Opfer und Verzicht, immer
jedoch in der Ausrichtung auf die Herrlichkeit des Reiches Gottes, das jede
menschliche Sehnsucht übersteigt, der wird des öfteren die Wahrheit der Worte
des eben gehörten Evangeliums erfahren können: Viele Menschen sind orientierungslos und auf der Suche, sie sind „wie Schafe, die keinen Hirten haben“.
Tatsächlich ist es sehr anspruchsvoll, sich von Jesus Christus, dem obersten
Hirten der Seelen, als Priester oder Diakon zu den Menschen senden zu lassen;
und doch soll jeder, der dem Ruf des Herrn folgt, in seinem Herzen eine große Freude und Dankbarkeit darüber
erfahren, dass Gott den Schatz des ewigen und göttlichen Lebens uns sterblichen
Menschen anvertraut hat. Gottes Heiliger Geist ist es, der uns begleitet und
stärkt!
Unser Blick der geistlichen Solidarität
geht heute über den Bereich dieser Pfarre und dieses Landes hinaus: Angesichts
der Ereignisse im Nahen Osten, wo
Hass und Krieg in Israel und im Libanon das friedvolle Zusammenleben der Völker
bedrohen, hat der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI., für diesen Sonntag zu
einem besonderen Tag der Buße und des Gebetes
aufgerufen. Wir wollen uns dieses wichtige Anliegen zu eigen machen und den
Himmel im Gebet bestürmen, dass endlich Frieden herrsche in jenem Land, in dem
unser Herr Jesus Christus auf Erden gelebt hat. Denn allein Jesus Christus, der Herr, ist unser Friede und unsere Versöhnung! Er hat,
wie es in der Lesung heißt, jede Feindschaft besiegt. Möge der wahre Friede mit
Gott und den Menschen als Frucht seines Todes und seiner Auferstehung allen Menschen
in reichem Maße geschenkt werden!
Ich möchte mit einem Hinweis schließen,
der mir sehr wichtig ist: Empfehlen wir uns stets der Fürbitte der gnadenvollen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Sie ist
die Mutter des Sohnes Gottes und die geistliche Mutter jedes einzelnen
Gläubigen, ja der Kirche insgesamt. Gerade unser Gebet um Priester- und Ordensberufe soll der Gottesmutter Maria
empfohlen sein, damit auch in unserer Zeit Menschen Ja sagen zu einem
besonderen Ruf Gottes für den Dienst im Reiche Gottes! Im Gebet des Rosenkranzes wollen wir den Frieden von Gott erbitten:
für uns selber, für unsere Angehörigen und Freunde, sowie für die ganze Kirche
und Welt! Amen.
Hinweis auf die „Christophorus-Aktion“
der MIVA: „Einen Zehntel Cent
pro unfallfreiem Kilometer für ein MIVA-Auto“.
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