Predigt:
Ein Leib und ein Geist
Pfingstmontag A (13.06.2011)
L1: Apg 10,34-35.42-48a oder Ez 36,16-17a.18-28; L2: Eph 4,1b-6; Ev: Joh 15,26-16,3.12-15
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Die Lesung aus dem Epheserbrief spricht von der Einheit des Geistes, in der wir leben und die es zu bewahren gilt. Nicht selten erleben wir ja in unserem Umfeld Streit und Auseinandersetzung: leider gibt es das auch in den Familien und sonstigen Gemeinschaften, im Kleinen und auch im Großen, wenn wir nur an verschiedene Konflikte in der Welt denken oder gar an kriegerische Auseinandersetzungen.
In der Kirche Gottes soll es anders sein, meint jedenfalls der Apostel Paulus im Brief an die Epheser. Wir sind ja verbunden in einem einzigen Leib, der die Kirche darstellt und dessen Haupt Christus selber ist. Wie können die Glieder eines einzigen Leibes miteinander im Streite liegen? Es gibt ein Band der Einheit, das alles zusammenhält. Gott selbst schenkt diesen Frieden. Ausdrücklich spricht Paulus von einem Leib und einem Geist. Der Heilige Geist ist es ja, der den geheimnisvollen Leib Christi beseelt, der die Kirche ist.
Dieselbe Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott verbindet uns alle; wir bekennen uns zu dem einen Herrn. Darum verbindet uns ein Glaube und eine Taufe. Ja, Paulus spricht vom einen „Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.“
Ja, gewiss: Wir werden sagen müssen: Das ist oft nur ein Ideal, die Wirklichkeit sieht anders aus. Und doch gilt: Von Gott her ist diese Einheit der Kirche in Wahrheit und Liebe bereits geschenkte Wirklichkeit. Wir selber sollen uns diese Gabe stets neu und tiefer aneignen. Dabei hilft uns der Heilige Geist, den wir empfangen haben.
Jesus hat den Heiligen Geist angekündigt mit den Worten, dass er es sein werde, der „euch in die ganze Wahrheit führen“ wird. Und weiter: „Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.“
Der Heilige Geist bewirkt also, dass die Wahrheit Christi bei uns gegenwärtig bleibt. Im Laufe der Zeit wird die Kirche Christi immer tiefer eingeführt in die von Gott geschenkte Wahrheit. Das gilt trotz aller menschlichen Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit.
Danken wir dem lieben Gott, dass er uns besonders durch das Lehramt des Papstes und der Bischöfe leitet, und beten wir für unsere Hirten, dass sie ihren Dienst nach dem Willen Gottes gut erfüllen können. Wir alle aber sind als Getaufte und Gefirmte Zeugen der göttlichen Wahrheit, die uns in Christus geschenkt ist. Der Heilige Geist erfüllt uns mit seiner Liebe und Wahrheit; möge die Fürbitte der Gottesmutter Maria, der Braut des Heiligen Geistes, uns alle stets begleiten! Amen
