Josef Spindelböck
Ich glaube an die Auferstehung der Toten
Predigt am
Ostersonntag
24. April 2011, Lesejahr
A
L
1: Apg 10,34a.37-43; L 2: Kol 3,1-4 (oder: 1 Kor
5,6b-8); Ev: Joh 20,1-18
Alle liturgischen Texte online finden Sie im Schott-Messbuch
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Im neuen
Jugendkatechismus „YOUCAT“, der unter der Verantwortung von Kardinal Schönborn
als Projekt der Mitarbeit von Experten mit vielen jungen Menschen entstanden
ist, wird die Frage gestellt:
„Kann man Christ sein, ohne an die
Auferstehung Christi zu glauben?“[1]
Und die Antwort
ist ein klares „Nein.“ Denn, wie der
Apostel Paulus sagt (1 Kor 15,14): „Ist Christus nicht auferweckt worden, dann
ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.“
Mit dem Glauben an die wirkliche Auferstehung Jesu
Christi von den Toten steht und fällt unser christliches Leben.
Die
leibliche Auferstehung Christi von den Toten ist kein Mythos und kein Märchen.
Das Faktum des leeren Grabes wurde
auch von den Gegnern Jesu anerkannt, und man tat alles, um es umzudeuten und zu
sagen: Die Jünger Jesu haben seinen Leichnam gestohlen.
Doch Jesus Christus selbst, der Auferstandene, hat sich nicht unbezeugt gelassen: Er erschien
zuerst den Frauen, dann den Aposteln
und Jüngern. Auf diese Weise beseitigte der Herr die Angst und
Verzweiflung, die viele seiner engsten Vertrauten erfasste hatte, als er am
Kreuz sterben musste.
Gott hat den Tod für immer besiegt! Er schenkt auch uns
in Jesus Christus das ewige Leben.
Das ist die frohe Botschaft von der Auferstehung, zu der wir uns als Christen
dankbar bekennen.
Eben weil
der Glaube an die leibliche Auferstehung Jesu Christi von den Toten für uns so
wichtig ist, deshalb feiern wir Christen den Sonntag. „Jeder Sonntag ist ein Osterfest im Kleinen.“[2]
So wie wir Ostern brauchen, brauchen wir den Sonntag!
Das
Herzstück des Sonntags aber ist die Teilnahme an der heiligen Eucharistie, die gläubige Mitfeier der heiligen Messe. Hier handelt es sich um keine
Privatveranstaltung des zelebrierenden Priesters und auch nicht um eine bloße
Gemeindeversammlung aus eigener Vollmacht, sondern: Wir verkünden den Tod und die Auferstehung des Herrn!
Jesus selbst
hat die heilige Eucharistie eingesetzt als sakramentale Vergegenwärtigung seines Erlösungsopfers am Kreuz und in seiner
Auferstehung. In der heiligen Kommunion
empfangen wir den gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Jesus Christus teilt
sein Leben mit uns; er senkt in unser Herz gleichsam den Keim der Ewigkeit ein, sodass auch wir voll Zuversicht unsere selige Vollendung im Himmelreich erwarten
dürfen.
Die Freude,
welche Maria Magdalena erfüllte,
möge auch uns begleiten. Sie konnte sich nach ihrer Begegnung mit dem
auferstandenen Herrn nicht mehr zurückhalten und eilte frohlockend zu den
Jüngern, um ihnen zu verkünden: „Ich
habe den Herrn gesehen.“ Und sie richtete ihnen aus, was Jesus ihr
aufgetragen hatte: „Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu
meinem Gott und zu eurem Gott.“
Amen.
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