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Predigt:

Werft alle eure Sorge auf den Herrn!

8. Sonntag im Jahreskreis A (27.02.2011)

L1: Jes 49,14-15; L2: 1 Kor 4,1-5; Ev: Mt 6,24-34


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es steckt viel Lebensweisheit in den Worten Jesu, wenn er in der Bergpredigt von der rechten und falschen Sorge der Menschen spricht. Wir alle kennen die Situation, dass Menschen von ihrer Sorge um das irdische Leben ganz und gar beansprucht sind und an nichts anderes mehr denken können. Sorgen, Sorgen ohne Ende – wo bleibt da die Freude am Schönen, Wahren und Guten?

Seltsamerweise sind die Menschen immer in der Gefahr, sich zu viele Sorgen um solche Dinge zu machen, die sie ohnehin nicht ändern können, und vielleicht auf das eine Notwendige und Wichtige zu vergessen, worauf es wirklich ankommt. Da ist jemand mit vielen irdischen Gütern ausgestattet, und anstatt sich seines Wohlstandes auf erlaubte Weise zu erfreuen und ihn auch mit anderen Menschen zu teilen, vergönnt er sich keinen Augenblick Ruhe und überlegt hin und her, wie er noch reicher, noch mächtiger, noch einflussreicher werden könne. Es gibt Menschen, die finden einfach keine Ruhe: das Streben nach Reichtum, Macht und Ehre treibt sie um; nie haben sie genug. Dies ist die Gefahr des Mammons, von dem Jesus spricht. Die irdischen Güter nehmen dann gleichsam die Stelle Gottes ein; sie werden zum „Ersatzgott“, zu einem Götzen.

Aber auch derjenige, der wenig hat und arm ist, kommt vielleicht von den Sorgen nicht los. Er hat vielleicht so wenig, dass er nicht aus und ein weiß, wie er mit seiner Familie im Leben durchkommen soll. Dieser Mensch findet keinen Frieden, weil ihn die täglichen Sorgen so sehr bedrängen. Doch während man dem Reichen sagen muss: Sorge dich nicht so sehr um das Irdische, denn du hast ohnehin genug, muss man dem Armen tatkräftig helfen, damit er aus seiner Not herauskommt und sich nicht mehr von Sorge bedrängt weiß. Gute Ratschläge allein helfen ihm wenig, denn Besserwisser gibt es viele.

Jesus ruft uns auf, auf das eine Wesentliche nicht zu vergessen. Und dies ist nicht, wie manche meinen, die Gesundheit, sondern das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit. Gewiss, wir alle wollen gesund sein und sollen auch das Nötige dazu beitragen; doch letztlich liegt das Wohlergehen des Leibes in Gottes Hand. Und die Gesundheit ist nicht das Höchste und das Wichtigste, sondern steht im Dienst des Lebens überhaupt.

Welchen Sinn aber hätte unser Leben, wenn wir uns um alles Mögliche sorgen wollten, aber auf die alles entscheidende Beziehung zu Gott vergessen würden? Dann hätten wir wahrhaft umsonst gelebt. Das Leben wäre zwar wie ein großes Rad voller Betriebsamkeit, doch eigentlich wäre unser Dasein auf Erden leer, kalt und unerfüllt. Wir spüren: Das kann es nicht gewesen sein!

Jesus lädt uns ein zu einem Leben in Fülle. Dieses gewinnen wir dann, wenn wir alle unsere Sorge ihm anvertrauen. Wer Gott die Ehre gibt und ihn anbetet, hat vor nichts mehr Angst. Er gewinnt eine neue innere Freiheit; der Friede kehrt ein ins Herz sowie Hoffnung und Zuversicht.

In Einheit mit Gott gelingt unser Leben – mögen wir auch in vielem scheitern und versagen. Sogar die Scherben und Bruchstücke des Lebens kann Gottes Liebe auf wunderbare Weise zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen.

Trauen wir es ihm zu und glauben wir, so wie Maria, die Mutter Jesu, an Gott geglaubt hat. Auch der heilige Josef, ihr jungfräulicher Gemahl, war unerschütterlich im Gottvertrauen. Im ersten Petrusbrief (5,7) heißt es: „Werft alle eure Sorge auf den Herrn, denn er kümmert sich um euch!“ Amen