Predigt:
Jesus Christus ist bei uns geblieben
6. Sonntag der Osterzeit A (29.05.2011)
L1: Apg 8,5-8.14-17; L2: 1 Petr 3,15-18; Ev: Joh 14,15-21
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Es gibt Menschen, die fragen nicht nach Gott, weil sie ihn angeblich nicht brauchen. Andere Menschen wiederum fragen sehr wohl nach Gott, haben aber vielleicht ihre liebe Not damit, die Spuren seiner Gegenwart in dieser Welt zu entdecken. „Wo ist Gott?“ So lautet die bedrängte Frage jener, die angesichts eigener oder fremder Not nicht wissen, wo sie Gott finden sollen.
Ist es da nicht tröstlich und hoffnungsvoll, dass Gott selbst in diese Welt gekommen ist? In seinem Sohn Jesus Christus ist er uns Menschen nahe! Und bevor Jesus, der Auferstandene, heim geht zum Vater im Himmel, da sagt er zu seinen Jüngern: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch.“
Im Heiligen Geist bleibt der Auferstandene unsichtbar und doch wirklich gegenwärtig bei den Menschen, die an ihn glauben. Gott ist in Jesus Christus bei uns; er geht den Weg des Menschen; er begleitet uns in unserer Geschichte, die dadurch zur Geschichte des Heiles wird. Jesus Christus wirkt unser Heil in der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden.
Die Lesung aus dem ersten Petrusbrief fordert die Gläubigen dazu auf, ihren Glauben nicht zu verstecken. Vielmehr sollen sie bereit sein, „jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“. Nicht Streitigkeiten über den Glauben sind gefragt, sondern das hoffnungsvolle Zeugnis. Das Beispiel der guten Werke und vor allem der christlichen Liebe vermag andere zu überzeugen, die auf der Suche sind. So können sie zum Glauben an Christus gelangen und zur Begegnung mit dem lebendigen Gott finden!
Jesus selbst sagt ja, dass jene Menschen ihn lieben, die seine Gebote halten. Auf diese Weise werden wir als Christen zu lebendigen Orientierungspunkten für unsere Mitmenschen, ohne dass wir uns einbilden dürfen, aus eigener Kraft besser zu sein als andere. Denn Gott ist es, der uns rettet und uns erlöst. Im Heiligen Geist sind auch wir geheiligt, sodass wir – wie die Lesung sagt – in unserem Herzen Christus, den Herrn, heilig halten können.
Gott ist bei uns, ja er wohnt durch den Heiligen Geist in uns und beschenkt uns mit seiner Liebe. Letztlich brauchen wir nichts mehr zu fürchten, denn im Erlösungswerk Jesu Christi hat Gott alles Böse der Welt überwunden und besiegt. Wir leben in Einheit mit Gott und dürfen sein Wirken sichtbar machen für andere.
„Wo ist Gott?“ lautet die Frage. Er wirkt machtvoll in der ganzen Welt. Er wirkt besonders in den Herzen all jener, die ihn suchen und an ihn glauben. Maria, du Gottesmutter, zeige uns Jesus, deinen Sohn, damit wir an ihn glauben und ihn lieben und so das Leben haben. Amen
