www. St Josef.at
Die katholische Informationsseite der Gemeinschaft v. hl. Josef
Navigation
Word-Dokument

Predigt:

Der Herr ist mein Hirte

4. Sonntag der Osterzeit A (15.05.2011)

L1: Apg 2,14a.36-41; L2: 1 Petr 2,20b-25; Ev: Joh 10,1-10


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Gott der Herr trägt wie ein Hirte Sorge für die Menschen. Es gibt den bekannten Psalm 23, in dem es so trostvoll heißt: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.“

Gott ist bei uns; er begleitet uns auf unserem Lebensweg, sodass der Beter im Psalm weiter sagen kann: „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“

Überreich sind die Gaben Gottes, die er uns zuteil werden lässt. Denn: „Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher. Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.“ So das dankbare und vertrauensvolle Bekenntnis des frommen Israeliten im Psalm 23.

An dieses Bild und vor allem auch an die Lebenswirklichkeit der Menschen seiner Zeit knüpft Jesus an, wenn er davon spricht, das er selber wie ein guter Hirt seiner Schafe ist. Er kennt die Seinen, und die Seinen kennen ihn. Es besteht ein vertrauensvolles Verhältnis zu jenen Menschen, die an ihn glauben und ihm nachfolgen. Bei Jesus braucht niemand etwas zu fürchten; abseits von ihm drohen Verderben und Tod. Er aber schenkt allen, die ihm nachfolgen und mit ihm in Glaube und Liebe verbunden sind, das ewige Leben.

„Leben in Fülle“ verheißt Jesus, und Papst Benedikt XVI. zeigt in seinem neuen Jesus-Buch (2. Band), dass dieses von Gott geschenkte Leben schon hier auf Erden beginnt. Der Glaubende hat bereits daran Anteil; dieses wahre und eigentliche Leben ist eine Gabe Gottes, die uns in allen Bedrängnissen und Leiden standhaft bleiben lässt. Sogar den Tod brauchen wir nicht mehr zu fürchten. Denn Jesus Christus hat den Tod überwunden; er ist auferstanden! Als der gute Hirte geht er uns voraus zum himmlischen Vater. Wir müssen ihm nur folgen wollen, dann gelangen wir sicher ans Ziel.

An diesem Sonntag ist der „Weltgebetstag für geistliche Berufe“. Wir beten zu Gott, dass er auch in unserer Zeit Frauen und Männer berufe, die Gott in einem geistlichen Beruf in besonderer Weise nachfolgen wollen: als geistliche Schwester, als Bruder oder als Priester. Dies ist eine besondere Form der Ganzhingabe an Gott und die Menschen in Liebe, und wer Gott auf diese Weise großherzig dient, wird das Glück der Freundschaft mit Gott auf einzigartige Weise erfahren.

Wir wenden uns vertrauensvoll an Maria, die Mutter des Guten Hirten: Sie weist uns den Weg durch ihre Fürbitte bei Gott und lenkt uns auf den Wegen des Guten Hirten. So hoffen wir einst das Ziel des ewigen Lebens bei Gott zu erreichen. Amen