Kaplan Dr. Josef Spindelböck, Mank
Predigtimpuls für den 20. Oktober 1996 (Weltmissionssonntag)
Lesejahr A, 29. Sonntag im Jahreskreis/L 1: Jes 45,1.4-6; L 2: 1 Thess 1,1-5b; Ev: Mt 22,15-21 oder zum Weltmissionssonntag: Mt 28,16-20
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Die Kirche begeht heute den „Sonntag der Weltmission“, auch „Sonntag der Weltkirche“ genannt. Die österreichischen Bischöfe haben uns zu diesem Anlaß ein Hirtenwort zukommen lassen, in dem auf die Wichtigkeit des Anliegens der Mission und auf unsere Mitverantwortung für die ganze Weltkirche hingewiesen wird.
Als Jesus Christus seinen Aposteln den Missionsauftrag erteilte, sprach er: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,18-20).
Das sind Worte, die nur der menschgewordene Sohn Gottes sprechen kann. Niemand anderer verfügt über die dahinter stehende Autorität. Wir sollen aber nicht nur die Allmacht Gottes sehen, sondern noch mehr seine unendliche Liebe. Er will, daß die Botschaft von dieser Liebe zu allen Menschen gelangt. Das Heil Gottes soll alle Menschen erreichen, und wir dürfen Mitarbeiter dabei sein.
So ist uns das Geschenk des Glaubens anvertraut, damit wir es weitergeben, mit anderen teilen. Dadurch werden wir selber reich beschenkt.
Dieses „(Mit-)Teilen des Glaubens“ geschieht in besonderer Weise durch Aussendung von Missionaren und ihre Unterstützung. Es gibt Priester, Ordensleute und Laienkatecheten, die sich dem Werk der Glaubensverbreitung widmen. Sie brauchen unsere geistliche und materielle Hilfe. Auch wir sollen in unserem Umkreis missionarisch wirken, in erster Linie durch das überzeugende persönliche Beispiel. Nur dort, wo der Glaube gelebt wird, sind Worte glaubwürdig.
Noch ein Zusammenhang soll aufgezeigt werden: Es geht um Mission und Entwicklungshilfe. Viele Völker sind in großer materieller und geistlicher Not. Wir sollen ihnen nach Kräften helfen. Daher wird am Sonntag der Weltmission für die Weltkirche gesammelt. Es soll dies eine Hilfe zur Selbsthilfe sein: Die Empfänger sollen nicht unselbständig versorgt werden, sondern eigenverantwortlich mit den Gaben umgehen. Wichtig ist vor allem die Förderung einer besseren Ausbildung und die Schaffung von gerechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (z.B. die Entschuldung von Dritte-Welt-Ländern).
Machen wir unsere Herzen weit für den Ruf Christi! Verschließen wir uns nicht seiner Liebe, damit wir diese Liebe weitergeben können an alle uns anvertrauten Menschen in der Heimat und in der Fremde.
Amen.
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