Predigt:
St. Mauritius und Gefährten: treu bis in den Tod
26. Sonntag im Jahreskreis A (25.09.2011)
L1: Ez 18,25-28; L2: Phil 2,1-11; Ev: Mt 21,28-32
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
An diesem Sonntag feiern wir hier in der Pfarrkirche von Spitz an der Donau unseren Kirchenpatron, den heiligen Mauritius mit Gefährten. Sein Gedenktag ist am 22. September.
Mauritius war Kommandant der „Thebäischen Legion“. Sie bestand aus über 6000 Mann, und ihre Mitglieder waren hauptsächlich Christen. Vermutlich um das Jahr 285 sollte diese Legion in der heutigen Schweiz zum Einsatz kommen. Als ihre Mitglieder sich weigerten, gewaltsam gegen andere Christen vorzugehen und den römischen Göttern zu opfern, wurde die Legion zuerst dezimiert und dann ganz vernichtet. Mauritius hat nach der Überlieferung seine Mitchristen im Glauben bestärkt und ihnen das Beispiel siegreicher Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott gegeben. Der heilige Mauritius und seine Gefährten zeigen uns durch ihr Vorbild, dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen und dass es besser ist, Unrecht zu erleiden als Unrecht zu tun.
Diese Christen haben das in ihrem Leben und Sterben verwirklicht, wozu der Apostel Paulus im Brief an die Philipper auffordert: Sie waren „eines Sinnes , einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig“. Der Glaube an Jesus Christus hat sie in der Liebe zu ihrem gemeinsamen Herrn und Erlöser gleichsam ein Herz und eine Seele werden lassen, sodass sie sogar bereit waren, ihr Leben im Zeugnis für Gott und im Dienst ihrer Brüder und Schwestern hinzugeben. Auch wir sollen, wie es in dieser Lesung heißt, „nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das des anderen“ achten. Jesus selbst ist ja unser Vorbild, der sich uns Menschen gleich gemacht hat „wie ein Sklave“ und der gehorsam geworden ist bis „zum Tod am Kreuz“. Hier in der Pfarrkirche von Spitz und anderswo preisen wir denselben Gott, für den die Märtyrer Mauritius und Gefährten ihr wunderbares Bekenntnis abgelegt haben. Der Glaube ist auch in unserer Zeit wirkmächtig, ja er soll durch uns ausstrahlen an jenen Orten, wo uns Gott hingestellt hat. Wir brauchen nichts und niemanden zu fürchten; Jesus Christus der Herr ist auch bei uns.
Im Evangelium nach Matthäus spricht Jesus von der Erfüllung des Willens Gottes. Nicht auf das Reden kommt es an, sondern auf das Tun! Ja, durch die Tat haben die heiligen Märtyrer Mauritius und Gefährten ein Zeugnis und Beispiel ihres Glaubens gegeben. Es kam der Zeitpunkt, wo sie bedrängt wurden bis aufs Blut und sich entscheiden mussten. Es war ihnen „tod-ernst“ mit ihrem Bekenntnis zu Jesus Christus. Denn sie glaubten, dass jeder, der mit Christus vereint stirbt, mit ihm zum ewigen Leben bei Gott auferstehen wird.
Von dieser österlichen Hoffnung sind auch wir erfüllt. Gott erwartet uns im himmlischen Reich, und die Fürbitte der Gottesmutter Maria und der heiligen Märtyrer möge uns stärken auf dem Weg dorthin. Wir sind dabei voll Zuversicht; denn die Freude am Herrn ist unsere Stärke. Amen
