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Predigt:

Ich werde euch Ruhe verschaffen

14. Sonntag im Jahreskreis A (03.07.2011)

L1: Sach 9,9-10; L2: Röm 8,9.11-13; Ev: Mt 11,25-30


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wie trat Jesus der Herr unter uns Menschen auf, als er auf Erden lebte? Er hätte, als der ewige Sohn Gottes, allen Grund gehabt, in Macht und Herrlichkeit zu kommen. Statt dessen wollte er ganz einfach unter uns Menschen leben. Er ist in allem uns gleich geworden, außer der Sünde.

Im Evangelium nach Matthäus beschreibt sich Jesus selber als „gütig und von Herzen demütig“, und wir sollen ihn nachahmen, von ihm lernen, sodass auch wir zu wahrhaft gütigen und demütigen Menschen werden.

Menschliche Güte kommt aus dem Herzen und ist letztlich ein Widerstrahl der göttlichen Güte. Ein gütiger Mensch ist wohlwollend; er anerkennt den Mitmenschen in seiner Würde und will ihm Gutes. So ist in Jesus Christus Gott in seiner ganzen Menschenfreundlichkeit erschienen. Denn alle Wohltaten, alles Gute, kommt von Gott. Gott wollte sich uns mitteilen in seinem Sohn Jesus Christus und zeigen, dass er der Urquell alles Guten ist.

Auch Demut ist wichtig. In der Demut anerkennen wir uns als diejenigen, die wir in Wahrheit sind. Wir machen uns weder größer als wir sind noch erniedrigen wir uns in falscher Weise. Der demütige Mensch darf sich durchaus der eigenen Würde und der eigenen Qualitäten bewusst sein; aber er bezieht alles auf Gott. „Und was hast du, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?“ (1 Kor 4,7)

So zeigt Jesus als der demütigste aller Menschen, dass er ganz und gar von seinem himmlischen Vater abhängig ist. Der Vater aber hat ihm alles übergeben, und Jesus, der Erlöser, möchte uns Menschen mit dem Reichtum des himmlischen Vaters beschenken. Er lässt uns den Vater im Himmel erkennen; er offenbart ihn uns, wenn wir vor Gott demütig sind und uns nicht anmaßen, aus uns selbst schon alles zu wissen und zu verstehen.

Und was die Last des Lebens betrifft, die mitunter sehr drückend sein kann, wenn wir Menschen durch dieses oder jenes bedrängt und geprüft werden, so sagt Jesus: Gott will uns diese Last abnehmen. In seinem Sohn Jesus Christus hat Gott unser Lebenskreuz, unser „Joch“, auf sich genommen und für uns getragen. So ruft uns Jesus auf, zu ihm zu kommen und bei ihm auszuruhen. Sein Joch drückt nicht, und seine Last ist leicht.

Ist das nicht eine wunderbare Verheißung? Nicht Gott macht uns das Leben schwer, wie manche irrtümlich meinen, sondern er lässt uns das Schwere leichter tragen. Seine Kraft und Gnade ist bei uns in all unserer Schwachheit. So finden wir wirklich Ruhe für unsere Seelen.

Vielleicht wollen wir manchmal, wie es heißt, „mit dem Kopf durch die Wand“. Wir erwarten, dass die Dinge des Lebens genau so laufen müssen, wie wir uns dies vorstellen. Und dann stoßen wir auf Hindernisse und geben anderen und vielleicht auch dem lieben Gott die Schuld dafür. Und doch ist es in Wirklichkeit unser Starrsinn und unsere Unbeugsamkeit, die uns Schwierigkeiten machen oder bestehende Schwierigkeiten noch größer machen als sie in Wahrheit sind.

Wie heilsam sind da die Worte Jesu! Bei ihm finden wir Trost und Ruhe für unsere aufgescheuchten Seelen. Und in der Kraft der Liebe wollen wir dann unseren Lebensweg mutig weiter voranschreiten, bis wir das Ziel der ewigen und seligen Gemeinschaft mit Gott und allen Engeln und Heiligen im Himmel erreicht haben. Amen