Augustinus Kurt Fenz
Liebgewonnen und erwählt (Dtn 4,37)
Einführende Perspektiven in die Theologie des Alten Testaments
St. Ottilien 1997


Vorgestellt von Dr. theol. Josef Spindelböck


Prof. P. Univ. Doz. Dr. Augustinus Kurt Fenz OCist (Stift Heiligenkreuz) hat nun die wichtigsten Ergebnisse seiner jahrelangen Lehr- und Forschungstätigkeit zur Biblischen Theologie des Alten Testamentes in Buchform veröffentlicht.

Im Vorwort von „Liebgewonnen und erwählt“ beschreibt Fenz das Anliegen einer Biblischen Theologie als das Bemühen, zu einer durch die Kenntnis charakteristischer Einzelheiten fundierten Gesamtschau des in der Heiligen Schrift dokumentierten göttlichen Heilshandelns zu gelangen (16). Dabei entfaltet die „Biblische Theologie“ ein durchaus eigenständiges Profil:


Das Motto „Liebgewonnen und erwählt“ stammt aus dem Buch Deuteronomium 4,37: „Weil er deine Väter liebgewonnen hatte, hat er alle Nachkommen eines jeden von ihnen erwählt und dich dann in eigener Person durch seine große Kraft aus Ägypten geführt ...“

Im Zentrum der Bundestheologie des Alten Testamentes steht die Liebe Gottes zu den Menschen, die er zu seinem Volk erwählt hat. Nicht eigener Verdienst oder eigene Gerechtigkeit begründen die Erwählung des Abraham, des Mose sowie des Volkes Israel durch Gott, sondern seine unbegreifliche Liebe.

Das grundlegende Ereignis der Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk (das factum primordiale) ist daher der Bundesschluß am Sinai (47 f). Alles Vorherige - wie die Berufung des Mose und der Auszug aus Ägypten - hat dieses Geschehen nur vorbereitet und war eine Hinführung darauf.

In dieser Erwählungstat Gottes geschieht göttliche Selbstmitteilung oder Offenbarung. Gott ist da für das Volk, er ist „Jahwe“. Er ergreift die Initiative und erwählt das Volk in Liebe zu seinem Bund. Zugleich bezieht er das freie Handeln der Menschen mit ein (52 f).

Der Heilsplan Gottes mit seinem Volk, die Heilsgeschichte, ist ein Prozeß verschiedener Linien, die der gläubig reflektierende Sinn des Bundesvolkes in einer Zusammenschau der einzelnen Fakten des Heilsgeschehens allmählich entdeckte. Die Heilslinien wurden in den Glaubensformulierungen oder Credenda-Summarien (99 ff) zu „historischen Serien“ verbunden.

Das Alte Testament ist offen auf messianische und eschatologische Vollendung. Dazu bekennt sich der Autor in seiner Biblischen Theologie ausdrücklich (v.a. 201 ff). In Jesus Christus, der in seinem Blut den neuen und ewigen Bund schließt, werden die messianischen Erwartungen „Königlicher Messias“, „Knecht Gottes“ (Ebed Jahwe), „Menschensohn“, „Priesterlicher Messias“ und „Ebenbild Gottes“ auf unüberbietbare Weise erfüllt. Jesus vollendet auch das sittliche Gesetz des Alten Testamentes (233 ff) im neuen Gebot der Gottes- und Nächstenliebe sowie der Feindesliebe gemäß seinem Beispiel.

Zum Problem der theologisch angemessenen Vermittlung ethischer Normen und sittlicher Weisungen der Offenbarung schreibt Fenz (272):


Endgültig vollendet erst die endzeitliche Wende am „Tag Jahwes“, wenn Christus wiederkommt und „Gott über alles und in allem“ (1 Kor 15,28) herrschen wird, den Liebesplan Gottes mit seinem Volk (vgl. 275 ff):

Diese Summe des bibeltheologischen Forschens und Lehrens von Augustinus K. Fenz wird sicher für viele an Exegese und Biblischer Theologie Interessierte (und das sind bestimmt nicht nur Fachtheologen!) mit Gewinn zu lesen sein. Besonders hervorzuheben ist das Bemühen des Autors um Ehrfurcht gegenüber dem Wort Gottes und um Treue zu dessen authentischer Auslegung durch das Lehramt der Kirche.

Augustinus Kurt Fenz
Liebgewonnen und erwählt (Dtn 4,37)
Einführende Perspektiven in die Theologie des Alten Testaments
St. Ottilien 1997

368 S., kartoniert, ISBN 3-88096-356-8, EOS Verlag St. Ottilien
öS 263,-/ DM 36,
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Bestellungen über Verlag, Buchhandel oder Autor:
P. Dr. Augustinus K. Fenz, A-2393 Sittendorf 22


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